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08. April 2008, 12:26 Uhr

Teurer Service

Bahn kassiert Gebühr für Internet-Tickets per Post

Anklicken, einloggen, draufzahlen: Wer sein Bahnticket im Internet ordert und per Post zuschicken lässt, muss seit Anfang April dafür Geld zahlen. Die Bahn hatte die Gebühr nicht angekündigt.

Berlin - Reisen mit der Deutschen Bahn sind seit Monatsbeginn für viele Kunden teurer. Reisende, die ihre Fahrkarte im Internet bestellen und sich per Post zuschicken lassen, zahlen eine "Servicegebühr" von 3,50 Euro, wie ein Bahn-Sprecher in Berlin sagte.

Bahnticket: Wer sich seine Fahrkarte zuschicken lässt, muss zahlen
DDP

Bahnticket: Wer sich seine Fahrkarte zuschicken lässt, muss zahlen

Bislang war die Zustellung kostenlos. Kunden, die ihre Fahrkarte per Telefon bestellen, zahlen seit Monatsbeginn 3,50 Euro statt bislang 2,50 Euro Servicegebühr.

Ihre Kunden hat die Bahn über die Umstellung nicht informiert, räumte der Sprecher ein. Er begründete das damit, dass sich nur rund 3000 der täglich 30.000 Internet-Kunden ihre Fahrkarten per Post zuschicken ließen. Der Großteil der Kunden drucke sich sein Ticket aus. Dieser Rechnung zufolge ergeben sich durch die neuen Gebühren jährliche Einnahmen von knapp vier Millionen Euro. Die Bahn sprach von einer "angemessenen und marktüblichen" Gebühr für den zusätzlichen Aufwand.

Einen Zusammenhang mit den jüngsten Tarifabschlüssen bei der Bahn besteht dem Sprecher zufolge nicht. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hatte in den vergangenen Monaten immer wieder angekündigt, vor allem wegen des Tarifabschlusses mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Sparmaßnahmen zu prüfen. Fahrpreiserhöhungen hatte er jüngst zumindest bis zum Jahresende ausgeschlossen.

reh/ddp

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