Southampton Britischer Pub "The Hobbit" verärgert Hollywood

Seit 20 Jahren heißt eine Studentenkneipe in England "The Hobbit", doch nun pocht Hollywood auf die Namensrechte. Die Wirtin soll den Laden umbenennen - und die Cocktails "Frodo" und "Gandalf" von der Karte verbannen. Die Gäste sind empört.


London - Es ist ein "David gegen Goliath"-Streit - und Kneipenbetreiberin Stella Mary Roberts weiß noch nicht, ob sie in den Kampf ziehen will: Der kleine Pub "The Hobbit" in Southampton hat den Unmut des J.-R.-R.-Tolkien-Rechte-Inhabers aus Hollywood auf sich gezogen. In einem Anwaltsschreiben an Wirtin Roberts pocht die Saul Zaentz Company aus Kalifornien auf die Urheberrechte an dem Namen und verlangt, dass sämtliche Tolkien-Anspielungen im Pub verschwinden.

Die bei Studenten beliebte Musikkneipe an der Südküste Englands, die den Namen seit 20 Jahren trägt, wirbt auf ihren Schildern mit Figuren aus Geschichten des Autors Tolkien. In ihrer Menükarte bietet Wirtin Roberts die Cocktails "Frodo" und "Gandalf" an, auf den Bonus-Getränke-Karten ist "Der Herr der Ringe"-Darsteller Elijah Wood abgebildet.

"Ich kann es nicht mit Hollywood aufnehmen", sagte Pub-Betreiberin Roberts. Die Wirtin hat nach eigenen Angaben nicht genügend Geld für einen Rechtsstreit. "Und auch der neue Name und alle Änderungen würden uns Tausende Pfund kosten", sagte sie frustriert. "Tun wir jemandem weh? Ich glaube nicht."

Eine Studentin hat zur Unterstützung bereits eine Facebook-Seite mit dem Titel "Save the Hobbit, Southampton" ("Rettet den Hobbit") ins Leben gerufen. Am Mittwochvormittag hatten bereits mehr als 15.000 Nutzer auf den "Like"-Button geklickt und damit ihre Solidarität bekundet.

jus/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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thana 14.03.2012
1. ...
Die Schauspieler - bzw. ihre Filmfiguren - abzubilden und damit kommerziell zu nutzen, dürfte in der Tat ein Problem sein. Inwieweit aber die Namen der Romanfiguren Hollywood gehören bzw. überhaupt geschützt sind, müsste wohl geklärt werden. Welche Rechte haben die Tolkien-Erben den Studios verkauft? Und welche liegen noch bei ihnen?
fahrgast07 14.03.2012
2. Fehlendes Rechtsbewusstsein
Zitat von sysopSeit 20 Jahren heißt eine Studentenkneipe in England "The Hobbit", doch nun pocht Hollywood auf die Namensrechte. Die Wirtin soll den Laden umbenennen - und die Cocktails "Frodo" und "Gandalf" von der Karte verbannen. Die Gäste sind empört. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,821292,00.html
Der Pub benutzt fremdes geistiges Eigentum, um seine eigenen Umsätze zu steigern. Das ist nicht "David gegen Goliath", das ist einfach nur fehlendes Unrechtsbewusstsein. Hollywood besitzt die Rechte, und gut ist. Ich würde mir wünschen, dass der Spiegel hier wirklich über die Rechtslage aufklärt.
CitizenTM 14.03.2012
3.
Zitat von sysopSeit 20 Jahren heißt eine Studentenkneipe in England "The Hobbit", doch nun pocht Hollywood auf die Namensrechte. Die Wirtin soll den Laden umbenennen - und die Cocktails "Frodo" und "Gandalf" von der Karte verbannen. Die Gäste sind empört. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,821292,00.html
Hier verdienen doch gerade mal wieder ein paar Anwälte in Hollywood ($ 400/Std) etwas von ihrem Klienten. Der finanzielle Schaden für die Filmproduzenten dürfe nicht existent sein, so wie er ganz offensichtlich auch für die Buchverlage nicht existent war.
der_wikinger 14.03.2012
4. Recht
Zitat von sysopSeit 20 Jahren heißt eine Studentenkneipe in England "The Hobbit", doch nun pocht Hollywood auf die Namensrechte. Die Wirtin soll den Laden umbenennen - und die Cocktails "Frodo" und "Gandalf" von der Karte verbannen. Die Gäste sind empört. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,821292,00.html
es mag zwar sein, das das Recht auf der Seite der soo mächtigen Filmindustrie ist; aber erst nach 20 Jahren auf die Idee zu kommen um die Namensrechte einzuklagen, finde ich dummdreist. Die Namenseigner sollten sich lieber mit der Wirtin gütlich einigen. Dann würden sie (geistig) mehr verdienen.
Gertrud Stamm-Holz 14.03.2012
5. ähm
Zitat von fahrgast07Der Pub benutzt fremdes geistiges Eigentum, um seine eigenen Umsätze zu steigern. Das ist nicht "David gegen Goliath", das ist einfach nur fehlendes Unrechtsbewusstsein. Hollywood besitzt die Rechte, und gut ist. Ich würde mir wünschen, dass der Spiegel hier wirklich über die Rechtslage aufklärt.
Gandalf, Frodo und Boromir sind männliche Vornamen, die lassen sich nicht schützen. Hobbit als Name für das Pub wird separat betrachtet auch kein Problem sein. Oder wollen Sie das Etalissement Casablanca auch verklagen? Noch dazu bei Filmplakaten mit Humphrey Bogart im Schankraum und dem Ausschank von Cocktail Ingrid?
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