Säumige Airline Gerichtsvollzieher wollte Flugzeug pfänden

Ein Kunde der Firma Condor wartete jahrelang auf Entschädigung für einen verspäteten Flug. Erst als ein Gerichtsvollzieher versuchte, eine Maschine des Unternehmens zu pfänden, ging alles ganz schnell.

Condor-Flugzeug
Condor

Condor-Flugzeug


Ein Gerichtsvollzieher hat versucht, am Flughafen Salzburg ein Flugzeug der Ferienairline Condor zu pfänden. Mit dem Flugzeug, das einen zweistelligen Millionenbetrag wert ist, sollten theoretisch 600 Euro eingetrieben werden, die die Airline trotz eines gültigen Vollstreckungstitels nicht an einen Kunden gezahlt hatte.

Ein Urlauber hatte jahrelang auf Entschädigung für einen verspäteten Flug nach Kuba gewartet. Ganze 22 Stunden sei sein Flug seinerzeit wegen eines technischen Defekts verspätet gewesen, berichtet die "Welt". Nach geltendem EU-Recht ergebe sich daraus der höchstmögliche Entschädigungswert von 600 Euro.

Als die Airline nicht zahlte, schaltete der wütende Kunde schließlich das Fluggastrechteportal Flightright ein, eine Firma, die gegen Provision im Auftrag von Kunden ausstehende Entschädigungen von Airlines erstreitet. Als Condor nach einem jahrelangen Mahnverfahren noch immer nicht zahlte, kam schließlich der Gerichtsvollzieher zum Flughafen Salzburg.

Erst da reagierte die Airline. "Der Kunde hatte ohne Zweifel diesen Anspruch", sagte ein Condor-Sprecher der "Welt". "Als wir davon erfahren haben, haben wir sofort gezahlt. Wir entschuldigen uns, das ist nicht gut gelaufen."

ssu

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