"Operation Matterhorn" Großbritannien will noch mehr als 135.000 Thomas-Cook-Urlauber zurückholen

Das war's mit der Urlaubsfreude: Schon am Montag wurden 14.700 britische Touristen in ihr Heimatland zurückgeflogen. Nach der Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook warten die meisten noch auf den Rücktransport.
Britische Touristen in der Dominikanischen Republik warten auf ihren Rücktransport

Britische Touristen in der Dominikanischen Republik warten auf ihren Rücktransport

Foto: Erika SANTELICES / AFP

Nach der Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook will Großbritannien mehr als 135.000 britische Touristen in den kommenden 13 Tagen nach Hause fliegen. Am Montag seien bereits 14.700 gestrandete Urlauber zurückgeholt worden, teilte die britische Flugbehörde CAA in London mit.

Zusammen mit der Regierung und Luftfahrtkonzernen werde rund um die Uhr an den Notfallplänen gearbeitet, um die größte Rückholaktion in Friedenszeiten mit dem Codenamen "Operation Matterhorn" zu stemmen. Für Dienstag seien 74 Flüge angesetzt, um 16.500 britische Urlauber zurückzufliegen.

Weltweit sind rund 600.000 Urlauber von der Pleite des ältesten Reisekonzerns der Welt betroffen. Deutsche Touristen können ihren Urlaub vorerst fortsetzen, da die Tochterunternehmen bisher noch keine Insolvenz angemeldet haben. Diejenigen, die ihren Urlaub mit deutschen Tochterfirmen von Thomas Cook gebucht, aber noch nicht angetreten haben, können allerdings nicht abfliegen (Lesen Sie hier, was Reisende jetzt wissen müssen).

Condor bangt ums Überleben

Als einzige der fünf Fluggesellschaften von Thomas Cook hielt der deutsche Ferienflieger Condor den Betrieb am Montag aufrecht - jedoch darf Condor keine Thomas-Cook-Kunden mehr an ihre Reiseziele bringen. Spezielle Teams beantworteten an den Flughäfen die Fragen der Passagiere. Gleichzeitig rede das Management mit allen Lieferanten und Partnerunternehmen, um seine Maschinen weiter in der Luft zu halten.

Nach der Insolvenz des britischen Mutterkonzerns kämpft auch die einst zur Lufthansa gehörende Traditionsmarke ums Überleben. Die Bundesregierung berät derzeit, ob der Fluglinie ein Überbrückungskredit gewährt werden soll.

Verbraucherschützer appellierten an die Bundesregierung, den beantragten Kredit an die Fluggesellschaft zu gewähren. Auch Flughafenbetreiber hoffen auf den Fortbestand der Airline. Zuvor hatten Gewerkschaften von der Bundesregierung gefordert, Condor zu unterstützen, um die 4900 Arbeitsplätze bei der Airline zu erhalten. Dagegen lehnt der Steuerzahlerbund staatliche Hilfen für Condor ab.

kry/dpa
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