Verzögerter Nachbau Titanic II soll 2022 ablegen - auf Originalroute

Eine Replika der Titanic soll in vier Jahren in See stechen - und die gleiche Route fahren wie das legendäre Original. Der Name des Projektleiters wirkt allerdings verstörend.
Titanic-II-Modell (Archiv)

Titanic-II-Modell (Archiv)

Foto: REUTERS/ Blue Star Line

1912 sank das wohl berühmteste Schiff aller Zeiten: Im Film können wir mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet mitfühlen, wie es gewesen sein könnte, an Bord des damals als unsinkbar geltenden, größten Schiffs der Welt zu steigen - um schließlich mitten auf dem Atlantik mit einem Eisberg zusammenzuprallen und unterzugehen.

Die Kronleuchter in den Lounges, die große, geschwungene Haupttreppe und die luxuriösen Suiten der ersten Klasse werden uns aus dem Film genauso in Erinnerung bleiben wie die Ratten und die Stockbetten der dritten Klasse. Doch es ist eben nur ein Film.

Ein australischer Investor will das Kreuzfahrtschiff originalgetreu nachbauen. Bis 2022 soll die Replika fertiggestellt sein und in See stechen können. Dann soll sie sogar dieselbe Route wie einst die Titanic auf ihrer Jungfernfahrt nehmen: Von Southampton nach New York. Das gab die Reederei Blue Star Line mehreren Medienberichten zufolge bekannt.

Pläne für Titanic II gibt es schon seit Jahren

"Wenn die Titanic das Schiff war, das als unsinkbar galt, dann ist die Titanic II die Idee, die als unvernichtbar gilt", berichtet der britische "Guardian ". Völlig zurecht: Vor rund sechs Jahren kündigte der Australier Clive Palmer bereits an, die Titanic nachbauen zu wollen. Da hieß es noch, sie solle 2015 fertig sein.

Drei Jahre später verwarf er die Pläne dann jedoch aufgrund von finanziellen Streitigkeiten wieder. Die Kosten des Schiffsbaus wurden damals auf rund 500 Millionen US-Dollar geschätzt. Nun kündigte er an, dass die Arbeit an dem Projekt wieder aufgenommen werde.

Das Schiff soll den Plänen zufolge dieselbe Innenausstattung bekommen wie die Titanic 1912. Sogar die Passagiere sollen entsprechende Kleidung ausgehändigt bekommen, um so auszusehen wie damals. Es sei ein langjähriger Traum von Palmer, der dem "Guardian" zufolge ein australischer Unternehmer und konservativer Politiker ist.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Schiffsbauer noch nicht unter Vertrag

"Das Schiff wird der originalen Route folgen und Passagiere von Southampton nach New York bringen", verkündete Palmer demnach bereits im vergangenen Monat. "Aber die Titanic wird auch um den ganzen Globus fahren und Menschen inspirieren und verzaubern." Millionen hätten davon geträumt, auf der Titanic mitzufahren, sie in einem Hafen zu sehen und ihre Einzigartigkeit zu erleben. "Die Titanic II wird das Schiff sein, auf dem das alles wahr wird."

Obwohl in den Medien das Jahr 2022 für die Jungfernfahrt der Titanic II kursiert, hat die Reederei dieses Datum noch nicht bestätigt. Es sei noch kein konkretes Datum festgelegt worden, sagte eine Sprecherin von Blue Star Line dem "Guardian". Die Arbeiten an dem Schiff hätten noch gar nicht angefangen, und Schiffsbauer müssten zunächst unter Vertrag genommen werden.

In den sozialen Medien reagierten Nutzer skeptisch auf die Pläne, die Nachbildung auf derselben Route fahren zu lassen wie einst das Original. "Ich würde da ja nicht einsteigen", hieß es auf Twitter. Oder: "Das nenne ich Glück herausfordern."

Palmer nahm sich auch dieser Skepsis an. Während die Inneneinrichtung und die Kajüten originalgetreu nachgebaut werden sollten, werde die Titanic II mit den modernsten Sicherheitstechnologien, Navigationssystemen und Techniken des 21. Jahrhunderts ausgestattet, sagte er.

Für Bedenken oder auch Belustigung sorgte Palmers Neffe, der zum Direktor des Projekts ernannt wurde. Er heißt Clive Mensink: Men sink (deutsch: Menschen sinken).

kry
Mehr lesen über Verwandte Artikel