Tödliche Höhenluft Deutscher stirbt im Himalaja

Tragisches Ende einer Pilgerreise: Ein 62-jähriger Deutscher steigt auf den heiligen Himalaja-Berg Kailash - und stirbt wenig später an den Folgen der Höhenkrankheit. Er ist bereits der 16. Bergsteiger in diesem Jahr, den dieses Schicksal ereilt.


Shanghai - Am frühen Donnerstag ist ein Deutscher auf einem von Touristen und Pilgern besuchten Weg auf dem 6714 Meter hohen Berg Kailash im westlichen Tibet an den Folgen der Höhenkrankheit gestorben. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, der Tod des 62 Jahre alten Deutschen sei von den örtlichen Behörden des tibetischen Landkreises Burang bestätigt worden.

Der Berg ist von Oktober bis November mit dichtem Schnee bedeckt, was die Tour in extremer Höhe zusätzlich erschwert. Der deutsche Tourist habe sich am Mittwoch in Begleitung seines Bruders, zwei weiterer deutscher Touristen und eines Dolmetschers auf den knietief mit Schnee bedeckten Pilgerpfad begeben. Einer aus der Gruppe habe gesundheitliche Probleme bekommen.

Der Tourist habe dem Begleiter helfen wollen und ihn gemeinsam mit dem Dolmetscher zu einem Tempel gebracht, sei auf dem Weg jedoch plötzlich selbst höhenkrank geworden.

In der Nacht zum Donnerstag starb der 62-Jährige an den Folgen der Krankheit. Die bisherigen Berichte lassen offen, ob der Mann zuvor medizinische Hilfe bekommen hatte. Laut Xinhua sei die Leiche des Deutschen mit Zustimmung der Familie in einem rund 30 Kilometer vom Unglücksort entfernten Krematorium eingeäschert worden. Die anderen Mitglieder der Gruppe wollten sich den Angaben zufolge auf den Weg zurück nach Deutschland machen.

Die Gruppe hatte am 28. September die tibetische Hauptstadt Lhasa erreicht und ihren Ausflug zu dem Berg mit dem tibetischen Namen Kangrinboqe am vergangenen Dienstag begonnen. Die Pilger umkreisen den Berg in der Ngari-Region laut Xinhua, "um ihre Sünden abzuwaschen". Der Berg gilt sowohl Buddhisten als auch Hinduisten als heilig.

In diesem Jahr seien nach Angaben der Behörden bereits 16 Menschen auf dem Weg gestorben, 15 davon an den Folgen der Höhenkrankheit. Alle Opfer waren älter als 60 Jahre. In diesem Jahr werden auf dem Kailash bis zu 15.000 Touristen erwartet.

son/dpa



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