Tödliche Solotour Slowenischer Extrembergsteiger im Himalaja abgestürzt

Ohne Führer und Träger hat sich Tomaz Humar an eine Siebentausender-Route im Himalaja gewagt. Doch der Versuch einer Solo-Erstbegehung endete tödlich. Der renommierte Bergsteiger aus Slowenien stürzte ab, schlechtes Wetter verhinderte die Rettung.
Tomaz Humar: Der 40-jährige Slowene ist am Langtang Lirung tödlich verunglückt

Tomaz Humar: Der 40-jährige Slowene ist am Langtang Lirung tödlich verunglückt

Foto: Anonymous/ AP

Ljubljana - Der slowenische Bergsteiger Tomaz Humar ist im Himalaja in Nepal tödlich verunglückt. Tagelang hatte er in der Südwand des 7227 Meter hohen Berges Langtang Lirung um sein Leben gekämpft. Als ihn am Samstag ein internationales Rettungsteam fand, war er bereits tot.

Die Leiche des 40-Jährigen sei aus einer Höhe von 5600 Metern geborgen worden, berichtete das slowenische Fernsehen TVS in der Hauptstadt Ljubljana. Der Sportler hatte sich 1999 mit der Solo-Besteigung der Dhaulagiri-Südwand einen Namen im internationalen Alpinismus gemacht. Die Route wurde damals als selbstmordverdächtig angesehen. Reinhold Messner bezeichnete Humar daraufhin als einen der größten Kletterer der Moderne.

Per Funk meldete Humar am Montag seinen Absturz, bei dem er sich schwer an der Wirbelsäule verletzt sowie die Beine und mehrere Rippen gebrochen hatte. Mehrere Rettungsversuche scheiterten am schlechten Wetter. Einem Spezialteam aus der Schweiz gelang es erst am Samstag mit einem Hubschrauber, Humars genaue Position zu orten. Doch die Hilfe kam zu spät.

"Humar kletterte alleine, ohne Führer und ohne Träger", sagte Dawa Sherpa, der den Rettungseinsatz koordiniert hat. Der Langtang Lirung sei ein technisch schwieriger Berg, und nicht jedermann wage es, ihn zu besteigen. "Wir sind sehr traurig, dass wir so einen weltbekannten Bergsteiger verloren haben, der so eine tiefe Liebe zu Nepals Bergen hatte." Humars Leiche sei zur deutschen Botschaft in Katmandu geflogen worden, wo seine Familie wartete. Der Slowene war verheiratet und hinterlässt zwei Kinder.

Erst vor vier Jahren hatten die pakistanischen Streitkräfte Humar in einer spektakulären Aktion von einer Gletscherkante in 6000 Meter Höhe gerettet und ihn damit vor dem Tod bewahrt. Er war bei der Besteigung des "Todesberges" Nanga Parbat steckengeblieben.

abl/dpa/AP
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