Top Ten Armenien Kleinod im Kaukasus


10. Teil: Echmiadzin - der "Vatikan" Armeniens

Armenien war vor etwa 1700 Jahren eines der ersten Länder, in denen das Christentum zur Staatsreligion wurde, und an diesem Ort entstand die erste christliche Kirche des Landes. Nachdem in Sowjetzeiten Religion eine geringere Rolle spielte, erlebte der "Vatikan Armeniens" seit der Unabhängigkeit im Jahr 1992 eine Renaissance. Über Jahrhunderte lagerte hier eine Reliquie der heiligen Lanze, die den gekreuzigten Jesus verletzt haben soll – heute ist das Stück im Museum.

Jeden Sonntag parkt hier ein Bus mit Pilgern und Touristen neben dem anderen, wenn der Katholikos, der oberste kirchliche Würdenträger Armeniens, einen stundenlangen Gottesdienst feiert. Mit hohen Chorgesängen, Priestern in edlen schwarzen Kapuzengewändern und schwerem Weihrauchduft im Innenraum der Mayr-Tachar-Kirche sind die Zeremonielle eine Erfahrung für alle Sinne.

11. Teil: Höhlendorf Chndzoresk - Termitenhügel von Menschenhand

In dem wohl seltsamsten Dorf Armeniens wächst Gras über den Eingängen der Steinhöhlen, ein paar Kühe stolpern die Felswege hoch, und ein uralter Hirte mit schwarzer Wollmütze, weißem Vollbart und drei Meter langem Stock starrt wortlos auf die seltenen Besucher. Wenig deutet heute noch darauf hin, dass in der mittelalterlichen Höhlensiedlung Chndzoresk vor etwa 100 Jahren noch Menschen lebten. Denn heute dienen die Höhlen allenfalls Tieren als Schutz vor Wind und Wetter.

Am Rand der Siedlung verfällt die Kirche der heiligen Hripsime. Ein paar Graffitis an der Wand und Kuhmist auf dem Boden beweisen, dass hier gelegentlich ein paar Besucher hinkommen. Doch die meisten Touristen schaffen es nur auf die Aussichtsplattform, von wo aus die Sandstein-Geisterstadt am Hang wie ein gigantischer Termitenbau wirkt.



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