Tote in den Alpen Bergrettung warnt vor Lawinen

Die Lawinengefahr in den Alpen ist unverändert hoch. Die österreichische Bergrettung warnt eindringlich davor, die gesicherten Pisten zu verlassen. In den vergangenen Tagen waren mindestens elf Menschen von den Schneemassen in den Tod gerissen worden. Fast alle hatten die Warnungen ignoriert.


Achtung, Lawinengefahr: "Sikfahrer haben oft keine Ahnung von den Gefahren"
AP

Achtung, Lawinengefahr: "Sikfahrer haben oft keine Ahnung von den Gefahren"

Wien - Heute ist es zu einem weiteren Todesfall gekommen. Bei einem Lawinenabgang in den Ötztaler Alpen starb ein Tourengeher aus Deutschland. Der Urlauber wurde von den Schneemassen über felsiges Gelände in die Tiefe geschleudert und starb noch am Unglücksort. Der Zwischenfall ereignete sich an der Gletscherzunge des Hintereisferner bei Vent, berichtet die österreichische Nachrichtenagentur APA. Dort war eine mehrköpfige Tourengehergruppe unterwegs. Der Deutsche wurde nach Angaben der Bergrettung nicht von den Schneemassen begraben, sondern so schwer verletzt, dass er nicht mehr gerettet werden konnte. Im Einsatz waren mehrere Hubschrauber und Bergretter.

In Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg gilt die Lawinengefahrenstufe drei auf der fünfteiligen Skala, auch in der Steiermark und in Kärnten herrscht in höheren Lagen erhebliche Gefahr. Am Wochenende waren allein in Österreich vier Menschen bei Lawinenunfällen ums Leben gekommen. Nach Angaben der österreichischen Bergrettung war es das lawinenreichste Wochenende der laufenden Skisaison.

Insgesamt starben in den Alpen in den vergangenen Tagen mindestens elf Menschen in den Schneemassen. In fast allen Fällen hatten die Opfer die Lawinenwarnungen ignoriert und die gesicherten Pisten verlassen.

Lawine (Archivbild): Warntafeln reichen nicht aus
AP

Lawine (Archivbild): Warntafeln reichen nicht aus

Skifahrer werden nach Angaben der österreichischen Bergrettung nicht umfassend genug vor Lawinen gewarnt. "Wir erreichen die breite Masse nicht", erklärte der Sprecher der Bergrettung, Gerald Lehner, das Problem. Deshalb sollten Hotels und Fremdenverkehrsverbände die Touristen auf Gefahren hinweisen, schlug er vor.

Skifahrer hätten oft "überhaupt keine Ahnung von den Gefahren", in die sie sich abseits der gesicherten Pisten begäben, sagte Lehner. Warntafeln reichten nicht aus, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Skifahrer folgten oft Spuren außerhalb der gesicherten Pisten in dem Glauben: "Da ist schon wer gefahren, das ist nicht gefährlich." Die Schneedecke, die einer ersten Belastung standgehalten habe, könne dann bei neuerlichem Befahren reißen.



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