Touristen in London Polizei verbietet Fotos von Bushaltestelle

Zwei Österreicher unter Terrorismusverdacht: Die Londoner Polizei hat zwei Touristen verboten, Fotos von einer Bushaltestelle im Nordosten der Stadt zu machen. Sie mussten sämtliche Bilder löschen - und staunten nicht schlecht über die Begründung der Beamten.


Zwei Touristen machen Bilder von Doppeldeckerbussen und von der jüngst renovierten Vauxhall-Bushaltestelle - ein ganz alltäglicher Vorgang in London, der niemanden störte. Doch als der 69-jährige Österreicher Klaus Matzka und sein Sohn am gleichen Tag eine Bushaltestelle in Walthamstow im Nordosten von London knipsten, wurden sie von der Polizei gestoppt, wie die britische Zeitung "Guardian" berichtet.

Die Beamten ordneten an, dass die Bilder sofort von den Kameras zu löschen seien. Sie begründeten ihre Strenge als Maßnahme zur Prävention von terroristischen Anschlägen. Jedes Foto, das etwas mit Transportmitteln in der Stadt zu tun habe, sei strikt verboten, sollen die Polizisten Matzka mitgeteilt haben. Personalien und Hoteladresse der Hobbyknipser wurden notiert.

"So etwas habe ich noch nie erlebt, selbst in kommunistischen Ländern nicht", sagte Matzka der Zeitung. "Google Street View darf Details unserer Straße im Internet zeigen, aber ein Vater darf nicht mit seinem Sohn zusammen interessante Stellen in London fotografieren." Er reise besonders gern in weniger touristische Gegenden, um eine Stadt wirklich kennenzulernen. Nach diesem "hässlichen Vorfall" werde er nicht noch einmal nach London fahren.

Eine Sprecherin der Metropolitan Police Authority, die für die Kontrolle der Polizei in der Hauptstadt zuständig ist, kündigte in der Zeitung an, den Vorfall zu untersuchen. Ihrer Behörde sei nicht bekannt, dass es verboten sei, öffentliche Verkehrsmittel in der Hauptstadt zu fotografieren.

sto



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