Touristenattraktion in Afghanistan Zitadelle von Herat feiert Wiedereröffnung

Comeback einer sandfarbenen Trutzburg: Nach einer aufwendigen Renovierung ist die Zitadelle von Herat im Westen Afghanistans wieder zugänglich. Viele Touristen aus dem Ausland sind zunächst nicht zu erwarten - doch die Wiedereröffnung hat für das Land großen Symbolwert.

AP

Als in den Siebzigern die Hippies hierher kamen, war die Zitadelle von Herat eine bröckelnde Ruine, jetzt sieht das Prachtgebäude wieder aus wie neu: Hunderte afghanische Handwerker haben den Bau restauriert, das Geld dafür kam aus Deutschland und den USA. 2,4 Millionen US-Dollar soll die Generalüberholung gekostet haben, die von der Entwicklungshilfsorganisation Aga-Khan-Stiftung initiiert wurde.

Für die Einheimischen ist die Trutzburg im Westen des Landes auch ein Symbol der Hoffnung, dass bald wieder mehr Besucher nach Afghanistan kommen werden. "Bis vor 35 Jahren kamen Touristen aus der ganzen Welt hierher, um das Erbe, die Geschichte und die unvergleichlichen Landschaften zu erleben", sagte Ryan Crocker, Botschafter der USA in Afghanistan, bei der Wiedereröffnungsfeier.

Dass diese Zeiten wieder aufleben, scheint derzeit schwer vorstellbar. Zehntausende Soldaten sind weiterhin im Land, weiterhin gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, die Gefahr durch Terrorismus und gewaltsame Auseinandersetzungen ist hoch. Auch in Herat kam es in den vergangenen Monaten zu Attacken durch Taliban-Streitkräfte. "Diese Zitadelle steht dafür, dass Afghanistan einst eine großartige Nation war. Das wird es wieder sein", sagte Crocker.

Wo heute die Zitadelle ist, soll einst eine Burg von Alexander dem Großen gestanden haben. In seiner jetzigen Form stammt sie aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Heute befindet sich in den Mauern auch ein Museum mit Kunstobjekten und Gebrauchsgegenständen aus der Region. Das Berliner Museum für Islamische Kunst und das Deutsche Archäologische Institut halfen dabei, die Ausstellungsstücke zu katalogisieren und restaurieren.

sto



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