Maue Touristenzahlen Türkei bietet Kreuzfahrtveranstaltern Fördergelder

30 US-Dollar pro Urlauber: Die türkische Regierung will Kreuzfahrten in die Türkei subventionieren, um mehr Touristen anzulocken. Dabei haben viele Reedereien Fahrten in das Land bis auf Weiteres gestrichen.

Kreuzfahrtschiffe in Istanbul (Archivbild)
Westend61 / imago

Kreuzfahrtschiffe in Istanbul (Archivbild)


Die Türkei will offenbar nun auch Kreuzfahrtveranstaltern Geld geben, um die leidende Tourismusbranche in dem Land wieder anzukurbeln. Einem Bericht der Zeitung "Hurriyet Daily News" zufolge will die Regierung laut einem aktuellen Kabinettsbeschluss den Reedereien 30 US-Dollar (umgerechnet rund 25 Euro) pro Urlauber zahlen, wenn diese mit Schiffen mit einer Kapazität von mindestens 750 Passagieren anreisen. Bisher konnten schon Fluglinien Subventionen beantragen.

Seit dem Putschversuch in der Türkei 2016 war die Zahl der Türkei-Reisenden drastisch eingebrochen. Viele Urlauber sind durch mehrere Anschläge und die politische Situation in der Türkei verunsichert. Einige Reedereien haben das Schwarzmeerland für das gesamte Jahr 2017 komplett aus dem Reiseprogramm gestrichen.

Wie laut dem Bericht aus einem Kabinettsbeschluss hervorgeht, müssen Reiseveranstalter anhand von entsprechenden Dokumenten belegen, dass sie Kreuzfahrten anbieten, um die Fördermittel zu erhalten.

Insgesamt mehr als 1,8 Millionen Kreuzfahrttouristen auf 1426 Schiffen haben die Türkei den Angaben zufolge 2015 besucht - oder waren dort mit dem Schiff auf der Durchreise. 2016 sei die Zahl auf rund 628.000 Urlaubern auf 590 Schiffen geschrumpft, hieß es. 2017 waren nur noch rund 213.000 Touristen auf 224 Kreuzfahrtschiffen in den türkischen Häfen.

Hier eine Übersicht der größeren Reedereien, die die Türkei als Reiseland aus ihrem Programm genommen haben:

  • Aida Cruises: Die Reederei aus Rostock hat die Türkei im aktuellen Katalogzeitraum bis April 2018 aus dem Reiseprogramm genommen.
  • Costa Kreuzfahrten hat die Türkei bis auf Weiteres aus dem Reiseprogramm genommen.
  • MSC Kreuzfahrten: Die Reederei hatte im Januar angekündigt, bis auf Weiteres alle Anläufe in der Türkei auszusetzen.
  • Hapag-Lloyd Cruises: Das Unternehmen hat bis 2019 keine Anläufe in die Türkei geplant.
  • TUI Cruises: Die Reederei fährt die Türkei weiterhin regulär an.

Subventionen zahlt die türkische Regierung bereits für Kerosin: 6000 US-Dollar können Fluggesellschaften und Reiseveranstalter pro Flug bekommen, wenn sie bis zu 200 Passagiere in das Land befördern. Die Zahl der Flughäfen, für die die Unterstützung beantragt werden kann, stieg Anfang der Jahres von 5 auf 14.

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wolke:sieben 26.09.2017
1. Side
Habe die letzten zwei Wochen in der Türkei Urlaub gemacht, hatten wunderbares Wetter, super Hotel, super Strände und alle Hotels waren voll ausgebucht, ich weiß nicht was die Medien berichten über leere Strände usw., wahrscheinlich ist das der Wunschgedanke, war heuer schon zum dritten Male da und werde im November zum vierten Mal meinen Urlaub hier verbringen.
murrle01 26.09.2017
2. Seltsam....
Zitat von wolke:siebenHabe die letzten zwei Wochen in der Türkei Urlaub gemacht, hatten wunderbares Wetter, super Hotel, super Strände und alle Hotels waren voll ausgebucht, ich weiß nicht was die Medien berichten über leere Strände usw., wahrscheinlich ist das der Wunschgedanke, war heuer schon zum dritten Male da und werde im November zum vierten Mal meinen Urlaub hier verbringen.
Außer das ich Ihre Einstellung zu einem Staat der Menschen als politische Geiseln nimmt, 50000 Menschen in Haft, 30000 aus dem Beruf entfernt, Deutschland, und damit auch mich beleidigt, noch unterstützt, ist unverständlich. Fast hoffe ich, das Sie dort auch einmal in Verdacht geraten und in Haft kommen. Dazu habe ich einen Deutsch - türkischen Mitarbeiter, dessen Mutter Türkin, geschieden, in der Türkei in der Touristikbranche arbeitete, welche aber vollkommen andere Fakten berichtet, und überlegt wieder nach D. zu ihrem Sohn zu ziehen (weil sie ohne Arbeit ist) Es keimt in mir der Verdacht, das Sie ein Bezahlschreiber mit Erdoganhintergrund sind!! Anders kann ich mir den Unsinn nicht erklären... Denn selbst das türkische Außen- ministerium hat zugegeben, das die Touristenzahlen um 30% gefallen sind.
wolke:sieben 26.09.2017
3. @murrie01
...ich bin kein bezahlter Schreiber, sondern ein ganz normaler Türkeiurlauber und auch kein Journalist der dummes Zeug schreibt, deshalb kann ich auch mit meiner Frau den Urlaub in der Türkei genießen, zusammen mit unseren vielen deutschen Bekannten die wir regelmäßig treffen und den anderen vielen Menschen die hier auch NUR URLAUB machen wollen.
frenchie3 26.09.2017
4. Was hilft es den Reederein ein Kopfgeld
zu zahlen? Völlig sinnbefreit, sollen die die Kunden shanghaien? Und außerdem, um mich überhaupt zum Nachdenken anzustupsen müßte die Kohle auf meiner, der Kundenseite landen. Aber mal ehrlich, wer für 30 Euronen Rabatt sein Reiseziel ändert ist wohl kaum in der Lage mehr als die Überfahrt in einem Schwimmreifen hinzulegen. Also Kreuzfahrt.... ja, so übers Frankfurter Kreuz vielleicht...
dth1978 26.09.2017
5. @2
Ich gebe Ihnen völlig recht. Da kann man ja gleich nach Nordkorea fliegen. Dort soll es auch tolle Strände geben....
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