Türkische Ferienanlage Junge ertrinkt im Swimmingpool

In der Türkei ist erneut ein Kind in einer Ferienanlage bei einem Unfall ums Leben gekommen. In einem Resort des Reiseveranstalters TUI an der Ägäisküste blieb ein achtjähriger Junge aus Deutschland unter Wasser hängen und ertrank.


Istanbul - Erst vor einer Woche starb ein sechsjähriges britisches Mädchen bei einer Feuershow in der Ferienanlage Didim, jetzt ertrank ein achtjähriger Junge aus Deutschland nahe dem Badeort Marmaris. Der Unfall hatte sich am Sonntagabend in dem Swimmingpool der Ferienanlage ereignet, berichtete die türkische Zeitung "Milliyet" heute.

Zum genauen Hergang des Unglücks gibt es unterschiedliche Angaben. Ein Onkel des Jungen berichtete der Nachrichtenagentur dpa heute, das Kind habe im etwa 70 Zentimeter tiefen Wasser mit Flossen und Schnorchel gespielt. Dann sei er plötzlich in einen Wasser-Ansaugschacht hineingezogen worden: "Dort steckte er mit dem Bein fest, und sein Vater und andere Männer versuchten, ihn rauszuziehen."

"Milliyet" hatte berichtet, der Neunjährige sei mit Flossen an den Füßen eine Rutsche hinuntergerutscht. Nachdem er ins Wasser eintauchte, sei eine der Flossen in ein Gitter geraten. Dadurch sei der Junge am Beckengrund festgehalten worden. Die Gendarmerie von Marmaris wollte keine Details zum Unglücksablauf nennen. Der Vater war nach Angaben des Verwandten mit seinem Sohn im Urlaub, die Mutter reiste am Sonntag zum Unglücksort.

TUI-Pressesprecher Robin Zimmermann bestätigte heute in Hannover der dpa einen "Unfall mit Todesfolge" vom vergangenen Sonntag in der Türkei. "Wir haben der Familie unser Beileid ausgesprochen und ihr jedwede Hilfe zugesichert", sagte er. Die Familie komme aus Nordrhein-Westfalen. Da die Umstände des Unglücksfalls jedoch noch untersucht würden, könne er zum jetzigen Zeitpunkt keine näheren Angaben machen.

Erst im Juli fand ein jahrelanger Rechtsstreit um die Zahlung von Schmerzensgeld an eine Familie aus Thüringen ein Ende. Ihr elfjähriger Sohn war im Auffangbecken einer Wasserrutsche in einem griechischen Hotels ertrunken, als er mit dem Arm in ein Absaugrohr geriet und sich nicht befreien konnte. Der BGH verurteilte den zur Rewe-Gruppe gehörenden Reiseveranstalter ITS zur Zahlung von 80.000 Euro. Laut dem Urteil müssen Veranstalter alle Ferienanlagen und Transportmittel grundsätzlich auf ihre Sicherheit überprüfen - gleich ob diese im Reiseprospekt stehen oder deren Benutzung extra kostet.

abl/dpa



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