Flottenexpansion bei TUI Cruises "Mein Schiff 4" nimmt Kurs auf ihre Taufe

Nummer vier ist startklar: Anfang Juni tauft die Reederei TUI Cruises in Kiel ihren Flotten-Neuzugang "Mein Schiff 4". Auf dem Oceanliner gibt es nur wenige Veränderungen im Vergleich zu seinem Vorgänger.

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Über die Namen von neuen Kreuzfahrtschiffen zerbrechen sich oft ganze Expertengruppen den Kopf. TUI Cruises macht es sich da deutlich einfacher: Auf "Mein Schiff 1" folgte "Mein Schiff 2", darauf der erste Neubau "Mein Schiff 3" - und jetzt folgerichtig "Mein Schiff 4". Am 5. Juni wird das Kreuzfahrtschiff mit seinen 1253 Passagierkabinen in Kiel getauft.

Vieles auf dem Schiff dürfte TUI-Cruises-Fans bekannt vorkommen. Kein Wunder: Handelt es sich doch um eine fast baugleiche Schwester der "Mein Schiff 3". Viele der dort eingeführten Neuerungen finden sich auch auf dem vierten Exemplar der sogenannten Wohlfühlflotte. Dazu zählen allen voran der 25-Meter-Pool, das Klanghaus oder der Café- und Barbereich "Große Freiheit" im diamantförmig ausgebauten Heck des Schiffes.

Nicht mehr an Bord sein wird der 300 Quadratmeter große Museumsbereich "Meerleben". Da habe es zwar positive Resonanz gegeben, so TUI-Cruises-Geschäftsführerin Wybcke Meier - aber nicht genügend Besucher. Auf der "Mein Schiff 4" befindet sich in diesem Areal die neue "Waterkant Bar & Lounge". Während das Spa auf der "3" im asiatischen Stil gehalten war, wird es auf der "4" skandinavisch. Das Highlight: eine 45 Quadratmeter große finnische Panoramasauna.

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Probefahrt vor der Taufe: So sieht "Mein Schiff 3" aus
Mit an Bord sind mehr als 6000 zeitgenössische Kunstwerke - darunter Gemälde, Skulpturen, Fotos, Videos und Graffiti. Für die Werke hat die Reederei rund drei Millionen Euro ausgegeben. Die "Mein Schiff"-App, die auch offline funktioniert, gibt Infos zu ausgewählten Ausstellungsstücken. So können Passagiere einen individuellen Kunstrundgang über das Schiff unternehmen.

Nummer acht ist schon geplant

Als Ort für die Taufe haben sich die Verantwortlichen in diesem Jahr für Kiel entschieden - die Sause ist am 5. Juni geplant. Taufpatin ist die ehemalige Weltklasse-Schwimmerin Franziska van Almsick. Am Ostseekai können Besucher kostenlos mitfeiern. Nach der Taufe geht es zunächst auf Jungfernreise und weitere Fahrten ins Baltikum sowie nach Südnorwegen.

Die Flotte von TUI Cruises mit bisher drei Schiffen ist bestens ausgelastet. Jedes Schiff erwirtschafte nach Steuern einen Gewinn von 50 bis 60 Millionen Euro pro Jahr, sagte TUI-Chef Fritz Joussen vor Kurzem. So ist mit dem vierten Schiff noch lange nicht Schluss im Neubaureigen von TUI Cruises: 2016 geht die "Mein Schiff 5" an den Start, 2017 die "Mein Schiff 6", deren Bau in Kürze beginnt.

Und für 2018 und 2019 gibt es die Option auf zwei weitere Schiffe bei der Meyer Werft, die die TUI-Schiffe in Finnland baut. Für die Namensgebung dieser Neubauten ist wohl ebenfalls keine Expertengruppe nötig. Wenn Nummer sieben und acht ihren Dienst aufnehmen, werden "Mein Schiff 1" und "Mein Schiff 2" die Flotte wohl verlassen.

Die beiden Umbauten von älteren Schiffen der Muttergesellschaft Royal Caribbean sollen dann für die britische TUI-Tochter Thomson Cruises fahren. Deren Konzernflotte bestand bisher weitgehend aus jahrzehntealten Schiffen.


Information zu "Mein Schiff 4"

Taufe: Am 5. Juni wird Franziska van Almsick am Ostseekai in Kiel taufen. Besucher können kostenlos mitfeiern - unter anderem treten zwischen 17 und 24 Uhr Adel Tawil, Kristina Bach und Skyline feat. Doro auf. Gegen 23 Uhr ist ein großes Feuerwerk geplant.

Routen: Nach der Taufe geht es zunächst auf Jungfernreise und weitere Fahrten ins Baltikum sowie Südnorwegen. Im Winter stehen dann die Kanaren auf dem Fahrplan. In der Wintersaison 2016/17 feiert das Schiff Premiere für TUI Cruises in Mittelamerika.

insgesamt 16 Beiträge
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kiltbear 26.05.2015
1. Schade
Dass die neuen Kreuzfahrtschiffe fast ausnahmslos hässliche, klobige Kästen sind, um die Rendite zu maximieren. Schon das ist ein Grund keine Kreuzfahrt zu machen. Und natürlich dass auch die neusten Schiffe immer noch unglaubliche Dreckschleudern sind.
herrwurlstein 26.05.2015
2. unpassender Name
besser wäre : mein Steilshoop
rst2010 26.05.2015
3. und?
stoßen diese dinger jetzt weniger dreck aus, als die anderen? tut mit leid, aber diese schwimmenden bettenburgen sehen so kopflastig aus, als könnten sie jeden augenblick umkippen. abgesehen davon, dass es schwimmt, ist das doch kein passagier-schiff mehr. das erinnert mehr an containerfrachter. und so dürften sich die fahr'gäste' auch fühlen, wie stückgut.
youdontwannaknow 26.05.2015
4. unglückliche Zahl
wer auch immer sich die Benamsung ausgedacht hat - und vermutlich richtig dick Geld für die Beratung bekommen hat - sollte das doch zurückzahlen müssen. "In der chinesischen Zahlensymbolik und auch in Korea und Japan gilt die Vier als Unglückszahl, da sie klanglich dem chinesischen Wort für Tod ähnelt." (Wiki) Einfach mal so eine gigantisch Kundengruppe auszuschließen ist schon ein echter Marketing-Management-Gau. Außerdem vermittelt der Name den Eindruck, dass Nummer 1-3 schon gesunken sind :-)
MartinS. 26.05.2015
5. ...
jaja... das ist schon nicht einfach mit dieser Benamsung Da es sich bei so einem Kahn allerdings um ein Produkt handelt, das man gezielt an bestimmten Märkten platziert, ist eine Berücksichtigung eventueller Chinesischer Interessenten eher belanglos. (nur mal so von Laien-Marketing-Manager zu Laien-Marketing-Manager) Manchmal tritt der Gau dann doch nicht ein, wenn der Kahn überhaupt nicht in China beworben wird. Und allem Anschein nach, scheint die Nachfrage ja groß genug zu sein, um nach den bisherigen drei Schiffen auch noch einen vierten Kahn auslasten zu können. Ganz so schlimm scheints also Marketing-technisch nicht zu laufen.
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