Urteil Abflugzeiten sind für Reiseveranstalter verbindlich

Niederlage für TUI: Künftig ist es dem Unternehmen nicht erlaubt, nachträglich die Abflugzeiten für Pauschalreisen zu ändern. Laut Gericht handelt es sich um eine "bahnbrechende Entscheidung" für die Verbraucher.


Celle - Veranstalter von Pauschalreisen dürfen Abflugzeiten nicht einfach ändern, indem sie sich auf Klauseln im Kleingedruckten berufen. Das Oberlandesgericht (OLG) Celle wies in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil den Branchenriesen TUI an, künftig auf die Verwendung von Klauseln zu verzichten, welche nachträgliche Änderungen bei Pauschalreisen ermöglichen. Dem Unternehmen ist es künftig auch untersagt, Bestimmungen in Pauschalreiseverträge aufzunehmen, wonach von Reisebüros gemachte Angaben über Abflugzeiten unverbindlich seien.

Das OLG gab mit seinem Urteil in zweiter Instanz dem Bundesverband der Verbraucherzentralen recht, der gegen insgesamt zehn Reiseveranstalter geklagt hatte. In der Urteilsbegründung heißt es, die Uhrzeit des Fluges sei für viele Urlauber ein wichtiges Argument bei der Reisebuchung. Bei den alten Klauseln bestehe die Gefahr, dass Reiseveranstalter günstige Abflugzeiten nachträglich änderten, um mit den frei werdenden begehrten Zeiten weitere Kunden zu werben.

"Eine Änderung der Flugzeiten führt zur Änderung der vertraglichen Leistung und muss für den Reisenden zumindest durch zuvor konkret beschriebene triftige Gründe überschaubar sein", urteilte das Gericht. Der OLG-Sprecher und Richter Götz Wettich sprach von einer "bahnbrechenden Entscheidung" für die Verbraucher. Diese sei ein weiterer Erfolg der Verbraucherschützer, die bundesweit gegen die Praxis deutscher Reiseveranstalter vorgegangen seien. TUI kündigte am Mittwoch Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe an.

Aktenzeichen 11 U 82/12

dkr/AFP/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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EinzHeinz 12.02.2013
1. Ist das das Ende der Pau ch alreise ;o)
Abgesehen vom Schreibfehler im Artikel ist das Urteil eine herbe Niederlage für Reiseveranstalter. Für Flugzeitenänderungen sind ja nicht die Veranstalter verantwortlich, nicht mal wenn sie mit eigenen Fliegern unterwegs sind. Die Slots vergibt die DFS ( Deutsche Flugsicherung ) und/oder Eurocontrol in Brüssel. Da gibt es leider jede Menge unwägbarkeiten die nicht in der Kontrolle der Reiseveranstalter liegen. Ich denke die Passagier sind allein mit dem EU PAssagerecht von vor ein paar Jahren sehr gut gestellt. Nun wird es darauf hinauslaufen, dass der ReiseVA die Regressansprüche bei den Airlines für Ihre Kunden geltend machen muss. Mehr zu tun für die VA´s bedeutet höhere Preise für die Reise.
balilover 12.02.2013
2.
Das betrifft glücklicherweise ja nur Leute die Pauschal verreisen und dafür mehr Geld ausgeben.... da machen die paar Euros dann auch nichts mehr aus
molekuel 12.02.2013
3. Totschlagargument
Dass man die Preise erhöhen müsse ist doch ein durchsichtiges Totschlagargument. Ich bin zwar überwiegend (als Senator) mit Linienmaschinen unterwegs, aber war die Billigflieger manchmal ihren "Gästen" zumuten -meist aus nicht nachvollziehbaren Gründen- ist schon unverschämt. Gerade die Flugzeiten: da muss man Stunden vorher am Flughafen sein, hat teils eine lange Anreise und dann verspätet sich der Flieger "aus technischen Gründen". Kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dies auch viel mit Management und viel zu engen Zeitplänen zu tun hat. Und wenn solche Gründe wie in dem Urteil (Abflugzeiten als Köder) eine Rolle spielen, geht diese Entscheidung absolut in Ordnung!
keksguru 12.02.2013
4. @EinzHeinz
die meisten Katalogreisen legt man im Charterflieger zurück.... und da bestimmt der Slot zum Start, wann es losgeht.
rheingucker 12.02.2013
5. Na endlich!
Bislang sah es doch so aus: ich wühle mich durch zig Reiseangebote, um das mit einer Abflugzeit am Vormittag zu finden. Was mit Langschläfer und Kind einfacher ist als alle mitten in der Nacht rausscheuchen zu müssen. Woraufhin der erste Urlaubstag komplett im Eimer ist. Dann aber - Überraschung - legt der Veranstalter Flüge zusammen und wir starten doch wieder noch vor dem ersten Hahnenschrei. Das habe ich nicht gekauft! Beim Rückflug werden wir in die 23-Uhr-Maschine umgebucht. Ein Wunder, dass wir nicht noch mehr zahlen müssen, weil wir ja jetzt den vollen Urlaubstag noch genießen können. Bitte? Vom Biorhythmus des Kindes her wird der Rückflug eher zum Höllentrip für alle Beteiligten. Deshalb hatten wir ja eine andere Zeit ausgesucht. Interessiert den Reiseveranstalter aber nicht. Wie wäre das bei anderen Produkten - kann diese Eigenschaft haben oder vielleicht eine ähnliche oder doch eine ganz andere???
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