Kreislaufprobleme im Cockpit Stewardess ersetzt Co-Piloten

Alles richtig gemacht: Weil dem Co-Piloten auf einem Flug nach Mallorca schlecht wurde, ist eine Stewardess eingesprungen - und hat dem Piloten bei der Landung geholfen.

TUIfly-Maschine (Archivbild)
DPA

TUIfly-Maschine (Archivbild)


Eine Stewardess hat einen Co-Piloten mit Kreislaufproblemen im Cockpit eines Ferienfliegers erfolgreich ersetzt. "Die Crew hat sich dabei vorbildlich verhalten", bestätigte Jan Hillrichs, der Sprecher der in Hannover ansässigen Airline TUIfly. "Sowas kommt extrem selten vor, und die Sicherheit war in keiner Weise beeinträchtigt."

Der Vorfall ereignete sich bereits im vergangenen Oktober in französischem Luftraum und wurde erst jetzt bekannt: Nach der Darstellung Hillrichs' war der Co-Pilot gegen 5.30 Uhr nach einem Toilettengang plötzlich wegen Schwindels und niedrigen Blutdrucks ausgefallen. Daraufhin nahm die Stewardess seinen Platz ein und half dem Piloten bei der Landung. Dabei wird unter anderem eine Checkliste abgearbeitet, die sie dem verbliebenen Flugzeugführer vorlas.

"Wir haben das abschließend untersucht und intern bewertet - die Sicherheit war zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt", bestätigte ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU).

Der Jet mit 190 Menschen an Bord landete sicher auf Mallorca. Bei der zum TUI-Reisekonzern gehörenden Airline sind bisher keine ähnlichen Vorfälle bekannt geworden.

"Piloten können das Flugzeug jederzeit auch problemlos alleine landen, so etwas ist Teil der Pilotenausbildung und wird immer wieder im Simulator geübt", sagte Markus Wahl von der Pilotenvereinigung Cockpit. Der Flugzeugführer könne aber in Extremsituationen wie in diesem konkreten Fall individuell entscheiden, wen er zur Entlastung in den Co-Piloten-Sitz setze.

Die Flugbegleiterin, die sich betriebsintern als Flugsicherheitsexpertin weitergebildet hatte, soll nach Angaben von Hillrichs für ihren Hilfseinsatz im Cockpit eine Anerkennung bekommen. Der Co-Pilot flog am Folgetag nach der Landung als Passagier zurück zur TUIfly-Heimatbasis in Hannover.

kry/dpa



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
eckbusch 28.03.2017
1. Nichts Sensationelles
Kann passieren. Dafür sind ja nun mal zwei Piloten vorhanden. Solange davon keiner verrückt ist, besteht ja kein Anlass zur Sorge. Wäre noch zu fragen, warum der Co-Pilot kollabiert ist. Das muss genau untersucht werden.
Mertrager 28.03.2017
2. Aufpassen
... dasz das nicht zur Gewohnheit wird. Ist doch billiger. Und das ist das einzige, was heute zählt.
Hans58 29.03.2017
3.
Zitat von Mertrager... dasz das nicht zur Gewohnheit wird. Ist doch billiger. Und das ist das einzige, was heute zählt.
Es kann nicht zur Gewohnheit werden. Die Situation, dass nach dem Verlassen der Reiseflughöhe ein Luftfahrzeugführer kollabiert und eine Flugbegleiterin im Flightdeck die Checkliste laut vorliest, ist ein Ausnahmefall. Im Regelfall wird bei Ausfall eines von zwei Luftfahrzeugführern der nächsterreichbare Flughafen angeflogen, was hier - per Zufall - ja auch der Fall war. Inzwischen haben ja viele Airlines auch die Regelung, dass bei Verlassen eines Luftfahrzeugführers eine andere Person dessen Platz im Flightdeck einnimmt. Vielleicht saß die Flugbegleiterin schon auf dem Platz, von dem sie aus dann die Checkliste vorlas.
Hans58 29.03.2017
4.
Zitat von eckbuschKann passieren. Dafür sind ja nun mal zwei Piloten vorhanden. Solange davon keiner verrückt ist, besteht ja kein Anlass zur Sorge. Wäre noch zu fragen, warum der Co-Pilot kollabiert ist. Das muss genau untersucht werden.
Der Vorfall ereignete sich am 11. Oktober 2016 um 16:00 Uhr Ortszeit . Der Co wurde "ohne wegweisende Befunde in der Flughafenklinik untersucht, ging ins Hotel und flog am nächsten Tag als Passagier wieder zurück nach Hannover." (Zitat: BF Az : BFU16-1538-6X Bulletin Oktober 2016. Damit ist die "genaue Untersuchung" abgeschlossen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.