U-Bahn-Streiks in Europa London versinkt im Verkehrschaos

Paris, London, Rom und Mailand - die Gewerkschaften des öffentlichen Nahverkehrs haben zum Streik für höhere Löhne aufgerufen. Während die Londoner Tube stillsteht und der Ausweichverkehr die Straßen verstopft, werden die Pariser Métro und die italienischen U-Bahnen nur zum Teil bestreikt.


London: "Queue up" - nur die Busse fahren noch
DPA

London: "Queue up" - nur die Busse fahren noch

London/Paris/Rom - In der britischen Hauptstadt versuchten am Mittwochmorgen Tausende von Londonern rechtzeitig zu ihren Arbeitsstellen zu gelangen. Die letzte U-Bahn verließ Dienstagabend, 21.30 Uhr die Londoner Central Station, seitdem steht der U-Bahn-Verkehr still. Lange Schlangen bildeten sich am Morgen an den Bushaltestellen, an den U-Bahn-Stationen wurden Straßenkarten verteilt, um die Kunden zu ermuntern, ihren Arbeitsweg zu Fuß fortzusetzen. Die Busse waren völlig überlastet, im Gegensatz zu vorangegangenen Streiks waren keine Zusatzbusse bereitgestellt worden. Der Autoverkehr kam noch langsamer voran als gewöhnlich, teilweise bildeten sich lange Staus. Schon das normale Tempo entspricht mit etwa 16 Kilometern pro Stunde der Geschwindigkeit zur Pferdekutschenzeit vor 100 Jahren.

Der Ausstand hatte am Dienstagabend begonnen und soll bis Mittwochabend fortgesetzt werden. Eine zweite Aktion ist für den nächsten Dienstag geplant. Zu dem Ausstand hatten die Gewerkschaften aufgerufen, um Lohnerhöhungen durchzusetzen. Die U-Bahn ist hier das wichtigste Verkehrsmittel. Sie befördert jeden Tag etwa drei Millionen Menschen.

Pariser Metro: Streiken für mehr Lohn
AP

Pariser Metro: Streiken für mehr Lohn

Auch in Paris streiken seit 4 Uhr die U-Bahner. Hier gab es bislang jedoch nur leichte Behinderungen. 80 Prozent der Züge verkehrten am Morgen, hieß es nach Angaben der französischen Verkehrsbetriebe. Die Auswirkungen blieben begrenzt, weil sich keine anderen Gewerkschaften dem Aufruf der kommunistischen CGT angeschlossen hatten. Mit der 24-stündigen Aktion sollen Lohnerhöhungen und Verbesserungen bei der Krankenversicherung durchgesetzt werden.

Am Mittwoch ist auch in mehreren italienischen Städten ein Streik der Bus- und U-Bahn-Fahrer angelaufen. In Rom und Mailand kam es zu Verkehrsstörungen, da viele Menschen auf ihre Autos umgestiegen waren. Allerdings vermieden es die Gewerkschaften, während der Hauptverkehrzeiten am Morgen zu streiken. Auch am Abend soll der Ausstand während des Berufsverkehrs unterbrochen werden. Sie fordern mehr Geld und kürzere Arbeitszeiten.



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