Extrembergsteigen Ueli Steck schafft alle Alpen-Viertausender in 62 Tagen

Schnellkletter-Projekte sind seine Spezialität. Das beweist der Schweizer Ueli Steck nun erneut: Für alle 82 Berge über 4000 Meter in den Alpen benötigte er nur zwei Monate.
Ueli Steck (links) in der Schweiz: Höchste Alpenberge im Schnellverfahren

Ueli Steck (links) in der Schweiz: Höchste Alpenberge im Schnellverfahren

Foto: Peter Klaunzer/ DPA

Extrembergsteiger Ueli Steck hat mit einem neuen Projekt seinem Spitznamen "Schweizer Maschine" alle Ehre gemacht: Binnen 62 Tagen erkletterte Steck sämtliche 82 Viertausender der Alpen, wie er am Mittwoch bekannt gab. Besonders erschöpft hat der Kletterrekord den 39-Jährigen offenbar nicht: "Für mich war das eine sehr schöne Erfahrung, eine sehr schöne Reise", sagte er.

Steck hat damit das für sein Projekt "82 Gipfel" im Juni erklärte Ziel sogar übertroffen, in mindestens 80 Tagen diese Zahl von Viertausendern zu ersteigen. Am Dienstag schloss er seinen extremen Plan nun mit dem Barre des Écrins in Frankreich ab. Den 4102 Meter hohen Berg bestieg Steck binnen eines Tages - wie bei den anderen Gipfeln war er auch hier nur mit einem Seil und einer Trinkflasche ausgerüstet.

Das ehrgeizige Schnellkletter-Projekt führte Steck und verschiedene weitere Mitglieder seiner Expeditionen quer durch die schweizerischen, französischen und italienischen Alpen. Zwischen den Etappen verzichteten die Bergsteiger auf motorisierte Fortbewegung: Sie gingen entweder zu Fuß oder fuhren mit Fahrrädern. Mit dabei war bei den ersten Touren der Augsburger Bergsteiger Michael Wohlleben. Der 24-Jährige musste jedoch Ende Juni nach einem Unfall mit seinem Gleitschirm verletzungsbedingt aufgeben.

Alpen-Touren als Vergangenheitsbewältigung

Der Deutsche Alpenverein zollte Steck für die Tour seinen Respekt: "Das ist schon ein Hammer", kommentierte Pressesprecher Thomas Bucher die Leistung. Viele Viertausender seien nicht schwierig zu besteigen. Die Herausforderung liege in der großen Zahl in kurzer Zeit aus eigener Kraft.

Im Voraus hatte Steck bekannt, dass es ihm bei dieser Sommertour auch darum gehe, die Freude am Bergsteigen zurückzugewinnen. Gleich mehrere Bergerlebnisse hatten ihn zuvor stark belastet:

Eigentlich sollte die Viertausender-Herausforderung in den Alpen eine Art Entspannungsübung werden. "Kein Rekordversuch, sondern ein Unternehmen, das die körperliche Herausforderung über das alpinistische Risiko stellt", wie es in einem Artikel der "Neuen Zürcher Zeitung" hieß.

Matterhorn-Quiz

Doch die Risiken in den Bergen sind groß. Überschattet wurde der nun vollendete Gipfelmarathon durch den tödlichen Unfall eines niederländischen Begleiters von Steck. Der 32-jährige Martijn Seuren war am 23. Juli bei der Besteigung des Mont Blanc Hunderte Meter in die Tiefe gestürzt.

sto/AFP/dpa
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