Australiens Wahrzeichen Politikerin klettert auf den Uluru - aus Protest gegen dessen Schließung

Klettern am Uluru ist ab Herbst verboten. Der Berg ist für Australiens Aborigines heilig, doch das kümmert die Rechtspopulistin Pauline Hanson nicht. Sie hat nun den Aufstieg versucht - ohne Erfolg.

Touristen besteigen den heiligen Felsen der Aborigines: Bald ist das untersagt
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Touristen besteigen den heiligen Felsen der Aborigines: Bald ist das untersagt


Mitten im Outback steht der Uluru, eine von Australiens Top-Touristenattraktionen. Jedes Jahr kommen Hunderttausende, um den 348 Meter hohen Felsen zu bestaunen, zu fotografieren - oder zu besteigen. Doch ab dem 27. Oktober soll dies nicht mehr möglich sein. Ab dann gilt dort ein Kletterverbot, für das die Aborigines lange gekämpft haben. Die australische Senatorin Pauline Hanson bezeichnete dies als "lächerlich". Mehreren Medienberichten zufolge soll sie nun selbst versucht haben, das Wahrzeichen zu besteigen.

Die Politikerin der rechtspopulistischen Partei One Nation war demnach aus Protest gegen die Schließung des Uluru hinaufgestiegen. Bis nach oben habe sie es allerdings nicht geschafft, sie habe mittendrin aufgeben und umkehren müssen. Dem Sender ABC sagte sie, dass sie das Verbot nun nachvollziehen könne - aus Sicherheitsgründen.

"Es ist ziemlich beängstigend", sagte sie. Sie respektiere die Entscheidung, da es nicht genug Sicherheitsvorkehrungen auf dem Felsen gebe. Dennoch würde sie es laut ABC gut finden, wenn die Klettertouren weiter möglich wären.

Der Uluru gilt als das markanteste Wahrzeichen Australiens. Das Land gehört den Anangu Aborigines, die bereits seit langer Zeit ein Kletterverbot fordern. "Please don't climb", steht auf Schildern am Fuße des Berges. "Bitte nicht klettern!"

Zur Erklärung heißt es: "Uluru ist heilig in unserer Kultur. Es ist ein Ort tiefen Wissens, unsere traditionellen Gesetze erlauben nicht, den Berg zu besteigen. Dies ist unser Zuhause. Als Hüter des Landes sind wir für Ihre Sicherheit und ihr Verhalten verantwortlich."

"Kein Spielplatz, kein Disneyland"

Im November 2017 hatte der Parkvorstand entschieden, dass der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Berg ab dem Stichtag im Oktober nicht mehr betreten werden darf. Damals sagte der Vorsitzende der Anangu: "Es ist ein extrem wichtiger Ort, kein Spielplatz oder Themenpark wie Disneyland."

Uluru, Heiliger Berg der Aborigines
Unesco-Weltkultur- und Weltnaturerbe
Uluru-Kata-Tjuta ist seit 1987 wegen seiner naturwissenschaftlichen Besonderheit und seit 1994 auch in Anerkennung der kulturellen Bedeutung als Unesco-Welterbe geschützt. Es ist einer von nur 34 Orten der Welt, die für beide Kriterien (Natur und Kultur) berühmt sind.
Uluru oder Ayers Rock?
1873 taufte der englische Einwanderer und Forscher William Gosse den Monolithen nach Henry Ayers, damals Südaustraliens Premierminister. 1993 bekam der Berg - als vermutlich erster Fels der Welt - einen Doppelnamen: Uluru-Ayers-Rock. Seit 2002 wird in Australien vor allem der ursprüngliche Name Uluru benutzt, ein Wort aus Pitjantjatjara, der Sprache der Anangu Aborigines.
Lage
Gut 450 Kilometer sind es vom Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark bis nach Alice Springs, 2000 Kilometer fährt man nach Darwin im Norden, knapp 3000 Kilometer nach Sydney im Südwesten. Etwa 300.000 Besucher fliegen im Jahr zum Ayers Rock Airport bei Yulara in der Nähe des Parks.

Hanson hatte im Juli den Medienberichten zufolge das Kletterverbot mit der Schließung des bei Touristen beliebten Strandes Bondi Beach in Sydney verglichen. "Die Menschen sind viele Jahre auf den Felsen gestiegen und jetzt wollen sie ihn plötzlich schließen", sagte Hanson dem Sender Nine.

Sie selbst habe für ihre Klettertour die Erlaubnis von den traditionellen Besitzern des Uluru bekommen, schrieb sie auf Facebook.

Die oppositionelle Politikerin Linda Burney, Sprecherin für indigene Australier, kritisierte die Senatorin Hanson. Sie warf ihr mangelnde Sensibilität vor. "Sie zeigt keinerlei Anerkennung für die kulturelle Bedeutung des Uluru", sagte sie dem Sender SBS News. Für die Aborigines sei der Felsen ein Lebewesen und nicht etwas, auf das man klettere.

Burney zufolge sei es unerheblich, ob Hanson eine Erlaubnis dafür erhalten habe. Die traditionellen Besitzer des Felsens könnten derzeit ohnehin niemanden vom Klettern abhalten, solange das Verbot noch nicht in Kraft sei.

Hanson schaffte es im Jahr 2016 mit ihrer populistischen Partei erstmals in den Senat. Im August 2017 inszenierte sie sich dort mit einer Burka bekleidet. Im vergangenen Oktober wäre im Senat einer ihrer Anträge fast angenommen worden, mit dem sie "Rassismus gegen Weiße" verurteilen wollte und in dem stand: "Es ist okay, weiß zu sein."

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