Umfrage Urlaub mit Auto und Bahn wird populärer

Bedenkliche Zahlen für Airlines: Die Zahl der Fluggäste ist in diesem Sommer nur noch leicht gestiegen, während Bahn und Auto für die Urlaubsfahrt beliebter werden - trotz der Rekordspritpreise im Sommer.


Wiesbaden/Berlin - In der Sommerflugplan-Periode von April bis Oktober flogen von deutschen Flughäfen insgesamt 61,4 Millionen Passagiere, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Das waren eine Million Flugreisende mehr als noch ein Jahr zuvor und somit ein Plus von 1,2 Prozent. 2007 waren die Zahlen noch um 5,5 Prozent gewachsen. Zulegen konnten 2008 einer Umfrage zufolge das Auto und die Bahn als Reisemittel.

Von April bis Juni wuchs die Zahl der Fluggäste laut Statistik noch um 4,7 Prozent im Vergleich zu den Vorjahresmonaten - von Juli bis Oktober dagegen gab es ein Minus von 1,2 Prozent. Innerhalb Deutschlands flogen den Wiesbadener Statistikern zufolge im Sommer 14,8 Millionen Menschen. Damit stieg der innerdeutsche Verkehr mit 3,4 Prozent deutlich stärker als der Verkehr ins Ausland: Hier war mit 46,6 Millionen Passagieren nur ein Zuwachs von 0,5 Prozent zu verzeichnen.

Stagniert hat laut Statistik der Luftverkehr mit dem europäischen Ausland, der mit 36,6 Millionen Flugpassagieren insgesamt 78,5 Prozent des gesamten Auslandverkehrs umfasste. Überdurchschnittliche Rückgänge beobachteten die Statistiker insbesondere bei den Flugreisen in klassische touristische Zielländer wie Spanien, Italien und Griechenland. Besonders hohe Rückgänge wurden auch für Großbritannien und Frankreich festgestellt. Die Türkei kam hingegen auf ein Plus von 1,1 Prozent.

Weniger Zuspruch für Billigflieger

Nach einer Umfrage der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) machten vor allem die steigenden Kerosinpreise den Fluggesellschaften zu schaffen. Besonders mit Billigfluggesellschaften reisten demnach europaweit weniger Passagiere, klassische Airlines verbuchten ein kleines Plus. Insgesamt ergab sich damit europaweit ein Plus von zwei Prozent.

"Der seit Jahren anhaltende Trend, verstärkt mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen, ist in diesem Jahr erstmals zum Erliegen gekommen", sagte der Direktor der Internationalen Tourismusbörse (ITB), Martin Buck, am Dienstag in Berlin. Diese Entwicklung sei angesichts der Rekordpreise für Benzin im Sommer bemerkenswert. Fünf Prozent mehr Menschen verreisten demnach mit dem Wagen. Die Zahl der Bahnreisenden wuchs laut Umfrage um drei Prozent.

Zu dieser Entwicklung trugen demnach auch die Unannehmlichkeiten für viele Fluggäste durch die schärferen Sicherheitsvorkehrungen bei, genauso wie die Verspätungen vieler Flüge. Bei der Bahn hätten zudem eurapaweit neue Hochgeschwindigkeitszüge die Attraktivität erhöht. Trotzdem bleibt das Flugzeug mit 50 Prozent das meistgenutzte Verkehrsmittel für Reisende.

sto/AFP/AP/ddp



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