Umweltabgabe Bundesregierung will das Fliegen teurer machen

Kommen bald Landegebühren und Steuern auf Flugbenzin? Um die Umwelt zu schonen, wollen das Umwelt- und das Verkehrsministerium Flüge in Deutschland deutlich verteuern. Auch eine Umweltabgabe ist im Gespräch.


Hamburg/Berlin - Vielflieger müssen langfristig mit deutlich höheren Kosten rechnen: Die rot-grüne Bundesregierung will eine EU-weite Besteuerung von Flugbenzin durchsetzen. Das kündigten Umweltminister Jürgen Trittin und Verkehrsminister Reinhard Klimmt an. "Es ist nicht einzusehen, dass Treibstoff für Autos und Züge in Europa besteuert wird, der Kraftstoff für Flugzeuge dagegen steuerfrei bleibt", sagte Trittin der "Bild"-Zeitung.

Zuschläge, Steuern und Abgaben: Der Flug in den Süden könnte bald erheblich teurer werden
DPA

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Ein nationaler Alleingang sei allerdings nicht geplant: Nur wenn sich alle EU-Staaten auf ein gemeinsames Konzept einigen könnten, "wird Deutschland die Steuer auf Flugbenzin einführen", sagte der Grünen-Politiker.

Auch Klimmt vertrat die Ansicht, eine Kerosinsteuer habe nur dann einen Sinn, wenn sie auf europäischer Ebene erhoben werde. "Finanzminister Hans Eichel und ich werben in den Fachministerkonferenzen sehr deutlich für eine solche Steuer", sagte der SPD-Politiker der "Hamburger Morgenpost".

Wenn dies nicht durchzusetzen sei, müsse an eine Umweltabgabe gedacht werden. Diese solle nicht auf den Verbrauch an Flugbenzin erhoben werden, sondern sich an anderen Kriterien orientieren.

Trittin schlug außerdem vor, zur Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes eine emissionsbezogene Landegebühr für Flugzeuge einzuführen. Die bisherigen Pläne zur Verringerung der CO2-Emissionen seien nicht genug, um die beschlossene Reduzierung um 100 Millionen Tonnen bis 2005 zu erreichen, sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". Durch den finanziellen Druck auf die Fluggesellschaften, mit ihren Maschinen weniger CO2-Emissionen zu verursachen, könnten drei Millionen Tonnen CO2 gespart werden.



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