Umweltschutz Amt eröffnet Verfahren gegen Südpolbezwinger

In Rekordzeit hatte Martin Szwed die Antarktis bis zum Südpol durchquert - ohne Genehmigung des Umweltbundesamtes. Nun gibt es ein Verfahren gegen ihn. Dem Extremsportler drohen bis zu 50.000 Euro Geldstrafe.

Mit dem Schlitten zum Südpol: Martin Szwed Anfang Januar in der Antarktis
DPA/ martin-szwed.com

Mit dem Schlitten zum Südpol: Martin Szwed Anfang Januar in der Antarktis


Balingen - Ärger trotz Rekordreise: Für seine Expedition zum Südpol muss sich der Extremsportler Martin Szwed beim Umweltbundesamt (UBA) rechtfertigen. Die Behörde hat laut einem Sprecher ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen ihn eingeleitet, weil er den Trip nicht angemeldet hatte. Ihm könnte ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro drohen - darüber ist aber noch nicht entschieden.

Der 33-Jährige hatte sich nach eigenen Angaben beim UBA entschuldigt, dass er seine Weihnachten 2014 gestartete Reise trotz Hinweisen des Amts nicht angemeldet hatte. Vielmehr hatte er sogar behauptet, das Vorhaben sei verschoben worden - um der Bürokratie zu entkommen.

Um die Natur der Antarktis zu schützen, haben sich laut UBA mehr als 50 Staaten im Rahmen desUmweltschutzprotokolls zum Antarktisvertrag darauf verständigt, dass jede menschliche Aktivität auf dem Eiskontinent vorab geprüft werden muss. Szwed argumentiert, er habe sich an die Vorgaben gehalten und etwa allen Müll mitgenommen.

Er habe damit gerechnet, dass das Verfahren eingeleitet werde, sagte Szwed am Montag. "Ich hoffe aber auf eine Einigung." Für die knapp 15-tägige Reise hat er nach eigenen Angaben 80.000 Euro gezahlt. Er sei davon ausgegangen, dass der Veranstalter die Genehmigungen einhole. Als das UBA weitere Informationen von ihm wollte, machte er allerdings falsche Angaben zum Zeitpunkt des Trips.

Bei seinem Rekord war Szwed alleine zum Südpol gewandert. Sein Gewaltmarsch über rund 1300 Kilometer dauerte nur 14 Tage, 18 Stunden und 43 Minuten.

beh/dpa



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