Unesco-Welterbe Vietnam stoppt Ausverkauf der Halong-Bucht

Vietnams Wahrzeichen droht zu ersticken: Urlaubsresorts, Industrie und wuchernder Städtebau sind eine Gefahr für die bizarre Schönheit der Halong-Bucht mit ihren Tausenden Inseln und Felspfeilern. Die Regierung reagiert jetzt auf Aufforderung der Unesco.


Fast 2000 Inseln und Inselchen, türkises Wasser und die roten Segel der Dschunken – die Halong-Bucht im Golf von Tonkin ist die schönste Vietnams und bekannt durch den James-Bond-Film "Der Mann mit dem goldenen Colt". Der vietnamesische Name Vinh Ha Long bedeutete übersetzt "Bucht des untertauchenden Drachen". 1994 wurde die bizarre Idylle von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt.

Auf Drängen der Organisation will Vietnam jetzt Jetskis aus der Bucht verbannen und den Bau eines Urlaubsresorts stoppen, wie die staatlichen Medien gestern berichteten. Außerdem wollten die Behörden keine weiteren Genehmigungen für Fisch- und Shrimp-Farmen mehr erteilen und verstärkt Dörfer von den Inseln aufs Festland umsiedeln.

Auf ihrer letzten Sitzung in Neuseeland hatte die Unesco das Management der Bucht gedrängt, "sich mit dem wachsenden städtischen, industriellen und touristischen Entwicklungsdruck zu beschäftigen". Sie forderte Vietnam auf, Jetskis aus der Kernzone der Bay zu verbannen. Auch solle das Land die Pläne überdenken, ein Resort auf der Insel Lam Bo und größere Anlagen in dem schwimmenden Dorf Cua Van zu entwickeln.

abl/AFP



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