Unglück mit Hunderten Deutschen Kreuzfahrtschiff läuft auf Grund - Bergung bisher vergeblich

Es sollte eine ruhige Kreuzfahrt auf der Ostsee werden - doch vor der lettischen Hauptstadt Riga lief die "Mona Lisa" plötzlich auf eine Sandbank. Das Schiff scheint unbeschädigt. Obwohl ein erster Bergungsversuch am Sonntag scheiterte, will die Küstenwache auf eine Evakuierung vorerst verzichten.


Riga - Die "Mona Lisa" war gerade am Sonntagmorgen auf ihrer Route durch die Ostsee 80 Kilometer vor Riga angekommen - da gab es einen Ruck. Das Kreuzfahrtschiff war auf einer Sandbank auf Grund gelaufen. Mit 984 Menschen an Bord - darunter 651 Passagieren, von denen die meisten Deutsche sind, teilte inzwischen eine Sprecherin der Küstenwache mit.

Kreuzfahrtschiff "Mona Lisa": Keinen größeren Schaden genommen
REUTERS

Kreuzfahrtschiff "Mona Lisa": Keinen größeren Schaden genommen

Luftwaffe und Küstenwache wurden in Einsatzbereitschaft versetzt. Vier Boote rückten aus und bereiteten sich auf eine Not-Evakuierung oder ein Wiederflottmachen des Schiffes vor.

Tätig werden mussten sie bisher allerdings nicht: Die Crew der "Mona Lisa" fand der Sprecherin zufolge bei einer ersten Untersuchung keinen Hinweis auf auslaufendes Öl oder undichte Stellen. Das 173 Meter lange Schiff habe durch das Unglück keinen größeren Schaden genommen. Die Fahrgäste seien sicher, keiner unmittelbaren Gefahr ausgesetzt und sollten deshalb nicht vor Beginn der Bergungsarbeiten evakuiert werden, sagte der Sprecher der Küstenwache, Ruslans Kulesovs. Sie hätten Zugang zu allen Einrichtungen an Bord, darunter die Versorgung mit Trinkwasser.

Zunächst wurde das Ballastwasser aus den Tanks gepumpt, damit die "Mona Lisa" leichter wurde. Anschließend versuchen drei Schlepper, das Schiff von der unterseeischen Sandbank freizubekommen - vergeblich.

Jetzt soll am Montagmorgen ein weiterer Anlauf unternommen werden, das Schiff zu bergen. Hierfür werde ein weiteres Boot zusätzlich den Treibstoff des Kreuzfahrtschiffs abpumpen und mehr Auftrieb zu erhalten, erklärte Kulesovs.

Sobald das Schiff freigeschleppt ist, soll eine Gruppe von Tauchern den Rumpf nach Anzeichen für äußere Schäden absuchen. Warum die "Mona Lisa" auf Grund lief, ist unbekannt. Schlechtes Wetter scheide als Ursache aus, erklärte die Küstenwache. Es wurden Ermittlungen aufgenommen.

Die "Mona Lisa" fährt unter der Flagge Bahamas und gehört zur Reederei Lord Nelson Seereisen. Das Schiff sollte auf dem Weg zwischen Danzig in Polen und der estnischen Hauptstadt Tallinn einen Stopp in Riga anlegen. Die Stadt wird in Frühling und Sommer von vielen Kreuzfahrtschiffen angesteuert. Die Unglückstelle liegt in der Irben-Straße, dem wichtigsten Zugang aus der Ostsee zum Hafen der lettischen Hauptstadt.

cjp/plö/AP/Reuters/dpa/AFP



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