Mehr Platz im Flieger Ein Flugzeugsitz geht in die Breite

Eine englische Designfirma hat Flugzeugsitze entwickelt, deren Breite sich nach den Bedürfnissen der Passagiere einstellen lässt. Der Entwurf liefert neues Futter für die Diskussion um eine mögliche Diskriminierung fülliger Fliegender.

Seymourpowell

London - Wer mehr Platz braucht, soll auch mehr Platz bekommen - dank "The Morph". Ein neuer Flugzeugsessel mit diesem Namen lässt sich den Bedürfnissen der Passagiere flexibel anpassen, verspricht die englische Designfirma Seymourpowell, die ihn entworfen hat.

Das Konzept sieht vor, dass man die Breite der drei Sitze einer Bank durch Verschieben der Abgrenzungen verstellen kann. Auch die Höhe und Tiefe der Sitzschalen soll sich für jeden Passagier individuell bestimmen lassen. Wie ein Video auf der Website des Unternehmens zeigt, ist das offenbar stufenlos möglich. In die aktuellen Standard-Economy-Sitze passten nur wenige richtig, heißt es im Firmen-Blog. "Morph ist immer noch ein Standardprodukt, aber es kann sich an die sich verändernden Bedürfnisse des Passagiers anpassen."

Für die Reisenden sei das ein "revolutionäres Angebot": Kleinere Menschen oder Kinder könnten einen speziell ausgerichteten Sitz buchen, dafür weniger bezahlen oder den Raum, den sie nicht brauchen, an andere Passagiere verkaufen. Wer mit breiterem Sitz reisen möchte, soll ein etwas teureres Ticket erwerben.

Für viele Fluglinien ist der Umgang mit Übergewichtigen ein Thema

Was die Firma als "smart architecture" bewirbt, kluge Architektur, sorgt für neue Diskussionen um eine mögliche Benachteiligung fülliger Flugreisender. Jeremy White, bei Seymourpowell für den Transport-Bereich verantwortlich, sagte der Tageszeitung "Daily Mail" dazu: "Eine Fluglinie hat uns erzählt, dass sie übergewichtige Passagiere zwei Sitze kaufen lässt. Ich kann mir nichts Demütigenderes vorstellen." Dieses Verfahren ist auch bei Air France und anderen Fluglinien Usus.

Airbus hat im vergangenen Jahr angekündigt, seinen Kunden in Zukunft extrabreite Sitze anzubieten, allerdings laut der Designchefin ausdrücklich nicht nur für Übergewichtige, sondern für Menschen mit dem Bedürfnis nach mehr Platz - auch für Mütter mit kleinen Kindern etwa oder besonders große Menschen. Im Frühjahr hatte Samoa Air bekanntgegeben, die Ticketpreise künftig an dem Gesamtgewicht eines Passagiers auszurichten: Körper plus Koffer.

emt



insgesamt 32 Beiträge
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herecomesthebut 18.11.2013
1. Was eine Idee
Zitat von sysopCorbisEine englische Designfirma hat Flugzeugsitze entwickelt, deren Breite sich nach den Bedürfnissen der Passagiere einstellen lässt. Der Entwurf liefert neues Futter für die Diskussion um eine mögliche Diskriminierung fülliger Fliegender. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/unternehmen-entwirft-flexible-flugzeugsitze-a-934124.html
Da muss man erstmal drauf kommen, jedesmal wenn der Nachbar aufsteht dann schön n paar cm rüberwandern... Ansonsten kann ich nicht verstehen wie sich Menschen, die so fett sind, dass sie nicht mehr in nen Flugzeugsitz passen davon diskriminiert fühlen, dann einen zweiten zu bezahlen. Der Ansatz von Samoa oder wie auch immer ist übrigens kein schlechter, wenn man schon mit Gewicht argumentiert, dann bitte bis zum Ende, daher ist ein angebotenes Gesamtgewicht Koffer Fluggast ja wohl gerechter... Lustig wirds für 50 Kilo Shopping Queens auf New York Reise... Sugar Daddys haltet die Kreditkarten fest. Ich bin ehrlich gesagt ein großer Fan dieser Idee und wenn man sich einfach mit seinem Koffer auf eine Platte stellt, die das Gewicht ermittelt braucht man als Frau auch keine Angst haben, dass die Welt erfährt wie viel frau so wiegt...
er nu wieder 18.11.2013
2.
Ich verstehe nicht, warum es diskriminierend sein soll, wenn jemand der übergewichtig ist für einen größeren Sitz mehr zahlen soll. Wer mehr Platz benötigt muss auch mehr zahlen. Oder ist es auch diskriminierend, dass für die Hosen, das Hemd, T-Shirt etc. mehr bezahlt werden muss? Mir ist es schon ein paar Mal passiert, dass ich neben einer solchen Person saß und diese über die Armlehne zu mir "über-gequollen" ist. Ob krank oder angefressen, wenn die Person nicht auf ihren Platz passt, dann muss eben mehr bezahlt werden und 2 Sitze gebucht oder Business geflogen werden. Habe ich denn kein Anrecht auf einen kompletten Sitz, wenn ich diesen auch komplett bezahlt habe?
ein-dummer-junge 18.11.2013
3. endlich Gerechtigkeit
finde ich gut, Jeder Passagier hat 115 kg frei inkl seinem eigenem Gewicht. für kleine schlanke gut für den Rest zum Nachteil. Ich selbst bin fast 190cm groß und wiege 90kg.
Altesocke 18.11.2013
4. Das koennte die Loesung sein:
---Zitat--- Im Frühjahr hatte Samoa Air bekanntgegeben, die Ticketpreise künftig an dem Gesamtgewicht eines Passagiers auszurichten: Körper plus Koffer. ---Zitatende--- Dann wird die gesamte Ladung bezahlt, angemessen. Babies werden billiger, die meisten Asiaten fliegen guenstig, der 'normale' Westeuropaer zahlt soviel, wie jetzt, die meisten Amis bis zum doppeltem! Vielleicht gibt es dann einen Rueckgang der Flugzahlen! Aber das will ja gar keiner, nicht?
tollted 18.11.2013
5. Fühle mich auch diskriminiert
weil ich als "Normalgeichtiger" Mensch ab kumuliert 101 kg zuzahlen soll, während manche Passagiere schon ohne Gepäck mehr Gewicht auf die Waage bringt. Ist das denn gerecht? Finde daher den Ansatz von Samoa Air ganz vernünftig.
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