Urlaubkasse Wo der Euro am meisten wert ist
Berlin/München - Trotz Einheitswährung bekommen Urlauber je nach Land unterschiedlich viel für ihren Euro. Während der Urlaub in den neuen EU-Ländern das Portemonnaie schont, müssen Reisende in Westeuropa meist tiefer in die Tasche greifen als zu Hause, wie der Bundesverband deutscher Banken am Mittwoch mitteilte.
Besonders günstig werden die Ferien in Tschechien. In Böhmen, Mähren und Schlesien bekommen deutsche Urlauber für einen Euro Produkte und Leistungen im Wert von 1,26 Euro. In Polen beträgt der Kaufkraftvorteil immer noch 17 Prozent. Auch Ungarn bietet den Deutschen mehr fürs Geld. Für einen Euro erhält der Reisende Waren und Dienstleistungen, für die er zu Hause 1,13 Euro bezahlen müsste.
In vielen alten EU-Ländern sieht es anders aus. Zwar werden Urlauber in Portugal, Griechenland und Spanien kaum einen Unterschied merken. Für einen Euro gibt es hier genauso viel oder wenig zu kaufen wie in Deutschland. Auch in Holland oder Österreich mit einer Kaufkraft von 96 beziehungsweise 94 Cent pro Euro fällt der Kaufkraft-Unterschied nur geringfügig ins Gewicht. Dagegen sind die Preise in Italien, Frankreich, der Schweiz, Dänemark oder Großbritannien schon saftig. Bei den Eidgenossen ist die Kaufkraft knapp ein Fünftel niedriger als daheim.
Nach dem jüngsten Anstieg des Dollar ist auch der Urlaub in den USA weniger attraktiv. Jenseits des Atlantiks ist der Euro nun 92 Cent wert. Im britischen Königreich sind auch die Preise königlich: Für einen Euro bekommen Deutsche in Großbritannien nur einen Gegenwert von 78 Cent.
Günstig Eis essen an deutschen Stränden
Ausschließlich die Nebenausgaben bei einem Strandurlaub hat der Automobilclub ADAC unter die Lupe genommen. Dabei ist Deutschland überraschend billig, wie ein Vergleich von acht europäischen Ländern zeigt: Bei den Preisen für Eis, Bier, Kaffee, Vergnügungen oder Verkehrsmitteln lag die Bundesrepublik um acht Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Die ADAC-Tester kauften in insgesamt 37 populären Badeorten jeweils die gleichen Dinge und nahmen die gleichen Dienstleistungen in Anspruch. Der Warenkorb umfasste 49 tourismustypische Produkte und Aktivitäten wie etwa Museumsbesuche.
Am günstigsten kommen Urlauber an den Stränden der Türkei weg, am tiefsten müssen Touristen in Frankreich in die Tasche greifen. Dort kostet der vom ADAC zusammengestellte Warenkorb rund 40 Prozent mehr als in der Türkei. Als Billigländer erwiesen sich auch Griechenland und Kroatien. Zu der über dem Durchschnitt liegenden Teurozone gehören zusammen mit Frankreich die Urlaubsklassiker Spanien und Italien, aber auch der Neuling Slowenien.
Einiges war in Deutschland so billig wie nirgendwo sonst, beispielsweise Sonnenschutzmittel und Eis. Die Kugel Eis kostet in den deutschen Badeorten durchschnittlich 58 Cent, in Frankreich im Schnitt 1,92 Euro. Von den fünf getesteten Badeorten in Deutschland waren Essen, Trinken und Einkaufen am Timmendorfer Strand am teuersten, es folgen Wolgast bei Usedom, Cuxhaven und Kühlungsborn westlich von Rostock. Dagegen ist man in Westerland auf Sylt "preiswert mobil, kann für wenig Geld einkaufen sowie Kultur und Unterhaltung erleben". Lediglich Essen und Trinken seien auf Sylt sehr teuer.