Urlaubspannen Foto vom Ticket

Es sollten die geruhsamsten Wochen des Jahres werden, doch dann geht alles schief: Ticket weg, Flieger weg, Geld weg. Doch fast alles lässt sich regeln: Hier erfahren Sie, wie bei Ferien-Missgeschicken zu verfahren ist.


Ticket weg:

Alle wichtigen Flugdaten sind im Reservierungs-Computer der Airline gespeichert - auch wenn das passende Ticket dazu verloren gegangen ist. An den Flugschein-Schaltern (nicht am Check-In-Counter!) können in solchen Fällen Ersatztickets ausgestellt werden. Allerdings behalten sich Airlines üblicherweise vor, zunächst auch dafür den vollen Ticketpreis zu kassieren. Taucht das verlorene Ticket nicht mehr auf und checkt auch niemand anders damit ein, wird das Geld fürs Ersatzticket erstattet. Praktisch ist in solchen Fällen, eine Kreditkarte dabei zu haben. Ideal: Vor der Abreise das Ticket fotokopieren, Kopie getrennt aufbewahren und mit auf die Reise nehmen. So lässt sich im Zweifel am einfachsten nachweisen, was gebucht und bezahlt war.


Mancher Urlaub hat unverhofft seine Schattenseiten
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Mancher Urlaub hat unverhofft seine Schattenseiten

Flieger weg:
Grundsätzlich erlischt der Beförderungsanspruch eines Passagiers, wenn er nicht rechtzeitig vor Check-In-Schluss am Flughafen erscheint. Wer zum Beispiel bei der Anfahrt im Stau fest hing und so seinen Flieger verpasst, hat schlicht Pech gehabt, kann allenfalls auf die Kulanz der Airline hoffen und wird mit viel Glück auf einer anderen Maschine an sein Urlaubsziel geflogen. Ein Anspruch darauf besteht nicht. Lediglich Tickets für First- und Business-Class auf Linienmaschinen sind gebührenfrei voll umbuchbar - von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen. Wenn der Flieger weg ist, kann man als Passagier dieser teuren Edelklassen zum Schalter gehen und für den nächsten Jet einchecken - falls dort noch ein Platz frei ist.

Pass weg:
Die Bundesgrenzschutz-Stationen an den großen Flughäfen können gegen 20 Mark Gebühr kurzfristig Ersatz-Reisepässe ausstellen, die nur wenige Wochen gültig sind und von vielen Ländern als Einreisedokumente akzeptiert werden - nicht jedoch zum Beispiel von den USA, Kanada und allen Ländern, die Einreise-Visa verlangen. Erforderlich ist, dass man irgendwie - und möglichst ersatzweise mit dem Personalausweis - seine Identität nachweisen kann, um einen Ersatz-Pass ausgestellt zu bekommen.

Geld weg:
Reiseschecks werden bei Verlust schnell - und üblicherweise noch am Urlaubsort - ersetzt. Sie sind gegen Diebstahl versichert. Verlorenes Bargeld dagegen ersetzt leider niemand. Kommt die Eurocheque- oder die Kreditkarte abhanden, muss man schnellstmöglich die heimische Bank oder die Kreditkartengesellschaft anrufen und die Karte sperren lassen. Sofern das umgehend geschieht, steht die Bank bei Missbrauch für die entstandenen Kosten ein. Deshalb: Unbedingt Hotline-Nummer notieren und getrennt von Geld und Papieren aufbewahren. Für die EC-Karte beispielsweise lautet die bundesweit einheitliche Nummer 0180/5021021. Praktisch: im Urlaub nur wenig Geld am Körper tragen, am besten auf verschiedene Stellen verteilen, größere Summen im Hotel-Tresor gegen Quittung deponieren. Wer ohne einen Pfennig im Urlaubsort da steht: Die heimische Bank anrufen und sich telegrafisch Geld an den Urlaubsort überweisen lassen - trotz der höheren Gebühren, die dafür fällig werden.

Koffer weg:
In den meisten Fällen verwandeln sich lange Gesichter an den Gepäckbändern der Flughäfen schnell wieder in strahlende Mienen. Ist der Koffer am Zielflughafen nicht angekommen, gibt man am "Lost & Found"-Schalter eine Suchmeldung auf. Da fast jeder aufgegebene Koffer mit einem Strichcode und einer Identifizierungsnummer versehen und sein Standort bei der Verladung von Lesegeräten immer wieder erfasst wird, ist vermisstes Gepäck meist schnell lokalisiert.

Oft erfährt man schon am Lost & Found-Schalter nach einem schnellen Blick in den Computer, wo der Koffer hängen geblieben ist. Das ist nicht etwa ein schwacher Trost, sondern die halbe Miete: Ist er erst einmal geortet, kann er in die nächsterreichbare Maschine verladen und nachgeschickt werden. Nicht einmal am Airport abholen muss man ihn dann: Die meisten Airlines lassen reumütig per Taxi oder Kurier bis ins Hotel oder nach Hause anliefern.

Weiß der Computer nicht gleich Bescheid, muss nachgeholfen werden: mit möglichst genauer Beschreibung, Angabe zu Farbe, Material, etwaigen besonderen Merkmalen. Praktisch: vorher diese Daten inklusive Herstellernamen und gegebenenfalls Design-Serie notieren. Kommt es zu längeren Verzögerungen, helfen die Airlines aus: Mit Not-Sets, die zunächst Waschzeug oder Einkaufsgutscheine umfassen. Die Höhe der Zahlungen bei Totalverlust erfolgt nach Gewicht pro Kilo und fällt nicht allzu üppig aus. Wer kurz entschlossen großzügig einkauft und der Fluggesellschaft die Rechnung präsentiert, erlebt meist ein böses Erwachen.



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