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03. Juli 2014, 14:51 Uhr

Direktflüge nach Nordamerika

Was die strengeren Sicherheitsmaßnahmen für USA-Reisende bedeuten

Sommerurlauber, die aus Europa in die USA fliegen, müssen sich auf stärkere Sicherheits-Checks einstellen. Aus Furcht vor Anschlägen werden die Kontrollen auch an deutschen Flughäfen verschärft.

Passagiere, die in den kommenden Wochen aus Deutschland per Direktverbindung in die USA fliegen, müssen sich auf stärkere Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Nach einer Ankündigung der US-Regierung, bei Direktflügen in die USA die Kontrollen an einzelnen Flughäfen in Europa und dem Nahen Osten zu intensivieren, hat die britische Regierung die Vorkehrungen an den Flughäfen des Landes bereits verschärft. In Deutschland soll dies voraussichtlich in der kommenden Woche passieren.

Worin die neuen Maßnahmen bestehen, gab der britische Vizeregierungschef Nick Clegg nicht bekannt, und auch das deutsche Innenministerium gibt vorerst keine entsprechenden Informationen heraus. Eine Sprecherin sagte SPIEGEL ONLINE lediglich, dass das US-Ministerium für Innere Sicherheit angekündigt habe, betroffene Fluggesellschaften "in den kommenden Tagen zur Durchführung von erhöhten Luftsicherheitsmaßnahmen aufzufordern". Details könnten in der folgenden Woche bekanntwerden.

Die US-Regierung hatte in einer Mitteilung am Mittwoch angekündigt, neue "sichtbare und unsichtbare" Kontrollen einzuführen. Die Sicherheitschecks an den ausländischen Flughäfen sollen in den nächsten zwei Wochen ausgebaut werden. Laut dem US-Sender ABC, der sich auf informierte Kreise beruft, sollen unter anderem Schuhe und elektronische Geräte von Passagieren genauer untersucht werden. Daneben könne es auch um verstärkte Kontrollen von Passagierdaten wie Adressen, Telefon- und Kreditkartennummern gehen, sagte Flugsicherheitsexperte Doug Laird dem "Wall Street Journal".

Man hofft, so neuartige, offenbar von Terrorgruppen aus Syrien und dem Jemen entwickelte Sprengsätze aufspüren zu können. Offenbar gibt es eine Reihe von Hinweisen auf Dschihadisten mit europäischem Aussehen und europäischen Pässen, die aus Europa in die USA reisen und dabei Anschläge verüben könnten.

Passagiere sollten ausreichend Zeit einplanen

Passagiere aus Deutschland müssen durch die Änderungen zunächst keine stärkeren Beeinträchtigungen fürchten. Die Lufthansa, die wöchentlich 215 Verbindungen aus Deutschland zu 17 Zielen in den USA anbietet, empfiehlt grundsätzlich allen Gästen bei Interkontinentalflügen rechtzeitig zum Flughafen zu kommen und ausreichend Zeit für die Sicherheitskontrollen einzuplanen - "das heißt zwei Stunden vor dem Abflug", sagt Sprecherin Mi-Kyung Lee SPIEGEL ONLINE. "Diese Empfehlung ist weiterhin gültig."

Mehr Zeit müssten auch Passagiere anderer Airlines nach Einschätzung des Flughafens Münhchen nicht unbedingt einplanen, sagt Sprecher Florian Steuer. "Die Sicherheitsstandards bei USA-Reisen sind ohnehin sehr hoch." In München gibt es wöchentlich 98 Starts, die direkt in die USA führen, elf Ziele werden täglich angeflogen und pro Woche und Richtung insgesamt etwa 25.000 Passagiere befördert.

Auch Christian Hinkel vom Flughafen Düsseldorf sagte, die Sicherheitsstandards bei den Direktflügen seien schon jetzt auf einem "sehr hohen Niveau". So werden Fluggäste, die eine der wöchentlich 51 von Düsseldorf in die USA startenden Verbindungen nutzen, einer zweiten Sicherheitskontrolle unterzogen, bei der wahlweise auch ein Körperscanner genutzt werden kann.

Am Flughafen Frankfurt, den täglich durchschnittlich 40 Direktflüge gen USA verlassen, wird die Situation ähnlich eingeschätzt. Den Ratschlag von Sprecher Dieter Hulick sollten Passagiere in den kommenden Wochen trotzdem verstärkt befolgen: "Grundsätzlich sollte man immer lieber zu viel Zeit einplanen als zu wenig", sagt Kulick, "besonders zur Zeit der Sommerferien."

emt/AFP/dpa

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