Direktflüge nach Nordamerika Was die strengeren Sicherheitsmaßnahmen für USA-Reisende bedeuten

Sommerurlauber, die aus Europa in die USA fliegen, müssen sich auf stärkere Sicherheits-Checks einstellen. Aus Furcht vor Anschlägen werden die Kontrollen auch an deutschen Flughäfen verschärft.

Sicherheitskontrolle am Flughafen Frankfurt: USA verschärfen Maßnahmen
DPA

Sicherheitskontrolle am Flughafen Frankfurt: USA verschärfen Maßnahmen


Passagiere, die in den kommenden Wochen aus Deutschland per Direktverbindung in die USA fliegen, müssen sich auf stärkere Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Nach einer Ankündigung der US-Regierung, bei Direktflügen in die USA die Kontrollen an einzelnen Flughäfen in Europa und dem Nahen Osten zu intensivieren, hat die britische Regierung die Vorkehrungen an den Flughäfen des Landes bereits verschärft. In Deutschland soll dies voraussichtlich in der kommenden Woche passieren.

Worin die neuen Maßnahmen bestehen, gab der britische Vizeregierungschef Nick Clegg nicht bekannt, und auch das deutsche Innenministerium gibt vorerst keine entsprechenden Informationen heraus. Eine Sprecherin sagte SPIEGEL ONLINE lediglich, dass das US-Ministerium für Innere Sicherheit angekündigt habe, betroffene Fluggesellschaften "in den kommenden Tagen zur Durchführung von erhöhten Luftsicherheitsmaßnahmen aufzufordern". Details könnten in der folgenden Woche bekanntwerden.

Die US-Regierung hatte in einer Mitteilung am Mittwoch angekündigt, neue "sichtbare und unsichtbare" Kontrollen einzuführen. Die Sicherheitschecks an den ausländischen Flughäfen sollen in den nächsten zwei Wochen ausgebaut werden. Laut dem US-Sender ABC, der sich auf informierte Kreise beruft, sollen unter anderem Schuhe und elektronische Geräte von Passagieren genauer untersucht werden. Daneben könne es auch um verstärkte Kontrollen von Passagierdaten wie Adressen, Telefon- und Kreditkartennummern gehen, sagte Flugsicherheitsexperte Doug Laird dem "Wall Street Journal".

Man hofft, so neuartige, offenbar von Terrorgruppen aus Syrien und dem Jemen entwickelte Sprengsätze aufspüren zu können. Offenbar gibt es eine Reihe von Hinweisen auf Dschihadisten mit europäischem Aussehen und europäischen Pässen, die aus Europa in die USA reisen und dabei Anschläge verüben könnten.

Passagiere sollten ausreichend Zeit einplanen

Passagiere aus Deutschland müssen durch die Änderungen zunächst keine stärkeren Beeinträchtigungen fürchten. Die Lufthansa, die wöchentlich 215 Verbindungen aus Deutschland zu 17 Zielen in den USA anbietet, empfiehlt grundsätzlich allen Gästen bei Interkontinentalflügen rechtzeitig zum Flughafen zu kommen und ausreichend Zeit für die Sicherheitskontrollen einzuplanen - "das heißt zwei Stunden vor dem Abflug", sagt Sprecherin Mi-Kyung Lee SPIEGEL ONLINE. "Diese Empfehlung ist weiterhin gültig."

Mehr Zeit müssten auch Passagiere anderer Airlines nach Einschätzung des Flughafens Münhchen nicht unbedingt einplanen, sagt Sprecher Florian Steuer. "Die Sicherheitsstandards bei USA-Reisen sind ohnehin sehr hoch." In München gibt es wöchentlich 98 Starts, die direkt in die USA führen, elf Ziele werden täglich angeflogen und pro Woche und Richtung insgesamt etwa 25.000 Passagiere befördert.

Auch Christian Hinkel vom Flughafen Düsseldorf sagte, die Sicherheitsstandards bei den Direktflügen seien schon jetzt auf einem "sehr hohen Niveau". So werden Fluggäste, die eine der wöchentlich 51 von Düsseldorf in die USA startenden Verbindungen nutzen, einer zweiten Sicherheitskontrolle unterzogen, bei der wahlweise auch ein Körperscanner genutzt werden kann.

Am Flughafen Frankfurt, den täglich durchschnittlich 40 Direktflüge gen USA verlassen, wird die Situation ähnlich eingeschätzt. Den Ratschlag von Sprecher Dieter Hulick sollten Passagiere in den kommenden Wochen trotzdem verstärkt befolgen: "Grundsätzlich sollte man immer lieber zu viel Zeit einplanen als zu wenig", sagt Kulick, "besonders zur Zeit der Sommerferien."

emt/AFP/dpa

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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
RamaV 03.07.2014
1. Da schau her...
... es ist mal wieder an der Zeit die latente und wahrscheinlich eher subjektiv in den USA wahrgenommene Terrorismus-Gefahr ins Spiel zu bringen. Die üblichen Verdächtigen (EU, Australien, Canada) machen in voreiligem Gehorsam mit und der Reisende ist wieder der Leidtragende. God bless the United States of Annoyance.
ghanima23 03.07.2014
2.
Da haben ein paar US Politiker eine populistisch wolhkalkulierte Panikattacke ob der Ereignisse im Irak bekommen. Die Sicherheitsbehörden ziehen die Zügel straffer um sich nicht vorwerfen lassen zu müssen, sie hätten nichts oder nicht genug getan. Der Reisende muss diesen Unsinn ausbaden. Grundsätzlich sollte man sich aber überlegen, ob man nun wirklich in paranoide Polizeistaaten reisen muss. Es sind ja nicht nur die Sicherheitschecks in Europa sondern auch das ganze Brimborium bei der Einreise in die US.
NewYork76 03.07.2014
3. Catch 22
Wenn nach Bekanntwerden einer potentiellen Bedrohung strenger Kontrollen erfolgen, dann beschweren sich die Foristen wegen diesen "Unannehmlichkeiten" und der Paranoia der boesen USA, aber wenn nicht strenger kontrolliert wird und es geht tatsaechlich ein Sprengsatz hoch, dann sind hier im Forum die gleichen Leute die Ersten, die kraehen: Das haette man doch vorraussehen muessen. Wozu die NSA Ueberwachung? Unverantwortlich...etc. pp.
maledicto 03.07.2014
4.
Zitat von NewYork76Wenn nach Bekanntwerden einer potentiellen Bedrohung strenger Kontrollen erfolgen, dann beschweren sich die Foristen wegen diesen "Unannehmlichkeiten" und der Paranoia der boesen USA, aber wenn nicht strenger kontrolliert wird und es geht tatsaechlich ein Sprengsatz hoch, dann sind hier im Forum die gleichen Leute die Ersten, die kraehen: Das haette man doch vorraussehen muessen. Wozu die NSA Ueberwachung? Unverantwortlich...etc. pp.
Ja und? Diese Allmachtsfantasien der NSA werden kritisiert. Das veranlasst die NSA aber nicht, weniger zu überwachen. Und aus diesem Grund ist die Frage, die weiterhin auf eine Kritik der NSA hinausläuft, warum sie alles überwacht und doch nichts erkennt, gerechtfertigt.
NewYork76 03.07.2014
5. Schwer zu sagen
Zitat von maledictoJa und? Diese Allmachtsfantasien der NSA werden kritisiert. Das veranlasst die NSA aber nicht, weniger zu überwachen. Und aus diesem Grund ist die Frage, die weiterhin auf eine Kritik der NSA hinausläuft, warum sie alles überwacht und doch nichts erkennt, gerechtfertigt.
Ob die NSA nun Allmachtsfantasien hat und / oder wegen der exzessiven Ueberwachung kritisiert werden muss, ist ein anderes Thema. Hier geht es um strengere Sicherheitsmassnahmen. Und leider kann keiner sagen, ob nichts passiert weil strengere Sicherheitsmassnahmen eingefuehrt wurden, oder weil die Bedrohung ueberschaetzt wurde. Es fehlt schlicht eine "Vergleichs-Gruppe". Aber vielleicht wollen Sie Sich ja dafuer zur Verfuegung stellen? Dann geht die Abfertigung am Flughafen ganz schnell...ohne Kontrollen. Ich fuer meinen Teil warte lieber 10 min laenger. Bei einem 8 Stunden Flug kommte es darauf auch nicht mehr an.
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