Kontrollmängel Verdeckte Tests legen Sicherheitslücken an US-Airports offen

Bombenattrappen blieben unentdeckt, versteckte Waffen wurden übersehen: Verdeckte Sicherheitschecks an US-Flughäfen haben erhebliche Lücken aufgezeigt. Das Heimatschutzministerium will jetzt handeln.

Flughafen-Kontrolle in Chicago: Nur fünf Prozent der verdächtigen Gegenstände entdeckt
Getty Images

Flughafen-Kontrolle in Chicago: Nur fünf Prozent der verdächtigen Gegenstände entdeckt


Eine interne Untersuchung des US-Heimatschutzministeriums hat erhebliche Mängel bei den Sicherheitskontrollen an vielen amerikanischen Flughäfen aufgedeckt.

Wie der Sender ABC News berichtete, wurden kürzlich bei Tests Bombenattrappen oder Waffen durch die Sicherheitschecks geschleust. In 95 Prozent der Fälle blieben sie den Angaben zufolge unentdeckt.

Bei den Tests hatte die Transportsicherheitsbehörde TSA Mitarbeiter mit nachgemachten Sprengsätzen oder mit Waffen auf die Reise geschickt. In 67 von 70 Fällen fielen diese bei den Kontrollen nicht auf.

In einem Fall sei einer der Undercover-Ermittler angehalten worden, nachdem er am Magnetometer einen Alarm ausgelöst habe. Beim anschließenden Abtasten durch den Sicherheitsbeamten sei aber ein Sprengstoffimitat, das mit Klebeband am Rücken befestigt war, nicht aufgefallen.

Das Ministerium zieht Konsequenzen aus dem alarmierenden Testerlebnis: Heimatschutzminister Jeh Johnson habe bereits eine Reihe neuer Maßnahmen bei den Kontrollen eingeführt, berichtete ABC News unter Berufung auf das Ministerium. Beispielsweise soll das Sicherheitspersonal besser geschult und sämtliche eingesetzten Technologien überprüft werden.

sto/dpa/AP

Mehr zum Thema


insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ackergold 02.06.2015
1.
Sicherheitslücken interessieren in den USA doch keinen. Hauptsache, man kann das eigene Volk und alle Menschen nach Strich und Faden aushorchen und alles über die Menschen sammeln und auswerten. Das Ziel der NSA und ihres Überwachungsstaates ist nicht Sicherheit, sondern Totalkontrolle. Das sollte doch nun wirklich klar geworden sein. Die NSA lebt davon, dass es Sicherheitslücken gibt.
j.vantast 02.06.2015
2. Na sieh mal einer an
Waren es nicht die USA die vor wenigen Tagen so scharf die Sicherheitsmassnahmen an deutschen Flughäfen kritisiert haben? Aber selbst im Land der völligen Paranoia scheint es ja nicht zu funktionieren.
sg17681 02.06.2015
3. Lücken an US-Airports?
Mein 15-jähriger Sohn zeichnet leidenschaftlich gerne und hat bei einem US-Urlaub im Juni 2014 aus Versehen ein großes Cuttermesser (mit metallener Klinge) in seiner Federtasche mit in die Kabine genommen (im Rucksack). Auf sämtlichen Flughäfen unserer Reise wurde dieses "Utensil" bei den Sicherheitschecks nicht entdeckt: 1. Berlin-Tegel (TXL) 2. Frankfurt (FRA) 3. San Francisco International Airport (SFO) 4. London Heathrow (LHR) Das hat mich im Nachhinein gleich in mehrfacher Hinsicht erschreckt...
AusVersehen 02.06.2015
4. Sicherheitshysterie
Diese Sicherheitshysterie, in der jeder FlugGAST erstmal als potentieller Attentäter angesehen wird, ist mit der Grund, warum Fliegen heutzutage kein Spaß mehr ist sondern eine Tortur und warum Fliegen kaum noch einen Zeitgewinn liefert, es sei denn es sind Transatlantikflüge.
pejoachim 02.06.2015
5. Hervorragend!
Die Veröffentlichung solcher Untersuchungsergebnisse ist hervorragend geeignet, den falschen Leuten eine Hilfe zu geben. Können die Leute nicht einfach untersuchen, Konsequenzen aus den Erkenntnissen ziehen und ... den Mund halten?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.