Shutdown Veranstalter ermöglicht kostenloses Storno für beeinträchtigte USA-Reisen

Freiheitsstatue: geschlossen. Yosemite-Nationalpark: geschlossen. Wer zurzeit in den USA unterwegs ist, erlebt bei einigen touristischen Highlights Enttäuschungen. Ein erster Veranstalter ermöglicht jetzt kostenlose Stornierungen - für bestimmte Pauschalreisen.

Freiheitsstatue: Bis auf weiteres geschlossen
DPA

Freiheitsstatue: Bis auf weiteres geschlossen


Frankfurt/Main - Bestimmte USA-Rundreisen können Kunden von DERtour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen jetzt kostenlos kündigen oder umbuchen.

Das gilt für alle anstehenden Pauschalreisen, von denen ein Großteil wegen der erlahmten US-Verwaltung flachfällt. Das teilt der Veranstalter DER Touristik in Frankfurt mit, zu dem die drei Marken gehören. Allerdings gelte das DER-Angebot nur für Reisen, die bis zum 14. Oktober beginnen sollen.

Zurzeit dauert der sogenannte Shutdown noch an: Weil sich die Mitglieder des Kongresses nicht auf einen Haushalt einigen konnten, bleiben vorerst unter anderem alle Nationalparks, zahlreiche Museen und andere touristische Einrichtungen in den USA geschlossen.

Bisher bekommen die Kunden der meisten Veranstalter ihr Geld für einzelne, von Schließungen betroffenen Bausteine eines USA-Trips zurück. In solchen Fällen, bei denen etwa ein Tag am Grand Canyon oder ein Besuch der Freiheitsstatue als Teil einer Pauschalreise geplant waren.

Aber auch Kunden, die eine Rundreise gebucht haben, die wegen des "Shutdowns" jetzt erheblich beeinträchtigt ist, haben das Recht, vom Vertrag mit dem Veranstalter zurücktreten, ohne dafür Stornierungsgebühren zu zahlen. "Das ist ein klassischer Fall von höherer Gewalt", sagt der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover.

Was genau eine sogenannte erhebliche Beeinträchtigung ist, ist schwer zu sagen. Degott gibt als Richtwert an, dass das der Fall sei, wenn ungefähr die Hälfte oder mehr der geplanten Aktivitäten ausfällt.

Hochsaison für Florida und nicht für Nationalparks

"Diese Aussage können wir auch machen", sagt Tilo Krause-Dünow von Canusa. Kunden, deren anstehende Reise stark vom Haushaltsstreit betroffen sei, dürften sie umbuchen oder kündigen und müssten keine Stornogebühren dafür bezahlen. "Wenn uns jemand darum bittet, dann würden wir sagen: Da einigen wir uns schon."

Allerdings seien derzeit so gut wie keine Rundreisen erheblich vom "Shutdown" betroffen, sagt Krause-Dünow. Die klassischen Nationalpark-Rundreisen trete im Herbst und Winter fast niemand an. "Die Reisen gehen jetzt vorwiegend nach Florida oder Hawaii."

Bei TUI stand am Donnerstag noch nicht fest, ob der Veranstalter seinen Kunden ebenfalls anbietet, stark betroffene Rundreisen kostenlos komplett zu kündigen. "Inwiefern Rundreisen von uns tatsächlich so erheblich betroffen sind, das prüfen wir jetzt", sagte eine Sprecherin.

Thomas Cook entscheidet nach eigenen Angaben im Einzelfall, ob der Kunde die ganze Rundreise kostenlos kündigen kann. Der Fokus liegt ohnehin nicht auf diesem Segment: "Unser USA-Geschäft sind hauptsächlich Hotels", sagt Unternehmenssprecher Mathias Brandes.

abl/dpa



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