Veranstalter TUI fliegt ab Februar wieder nach Phuket

Mindestens bis Ende Januar fliegen die meisten Reiseveranstalter die von der Flutkatastrophe direkt betroffenen Gebiete wie Sri Lanka, Phuket und Khao Lak nicht an. Andere Pauschalreisen können weiterhin kostenlos storniert oder umgebucht werden, abhängig vom genauen Ziel und vom Veranstalter.


Berlin/München - Unter den Reiseveranstaltern gibt es keine einheitliche Regelung für Absagen, kostenlose Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeiten. "Es gab keine Absprachen zur Stornierungspraxis", sagt Sybille Zeuch vom Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) in Berlin. "Das wäre auch wegen des Kartellrechts schwierig."

Urlauber, die bereits gebucht haben, kommen deshalb nicht darum herum, sich an ihren Veranstalter zu wenden, falls sie noch nicht informiert wurden. Dertour und Meier's Weltreisen beispielsweise haben alle Reisen ins thailändische Khao Lak bis Ende Oktober 2005 vollständig abgesagt. "Alle, die schon gebucht haben, bekommen ihr Geld zurück oder können umbuchen", erläutert Anke Dannler, Sprecherin der Reiseveranstalter in Frankfurt.

Für Reisen in die Regionen Phuket, Ko Phi Phi, Krabi und Ko Lanta in Thailand wurde die Möglichkeit zum kostenlosen Stornieren vorerst bis zum 31. Januar ausgeweitet. Reisen nach Sri Lanka haben beide Veranstalter bis zu einem Reisebeginn am 16. Januar ganz abgesagt. Kostenlose Stornierungen sind bis Reiseantritt am 31. Januar möglich. "Kostenlos Umbuchen geht für alle genannten Regionen sogar bis zum 15. März", sagt Anke Dannler. Wer eine Malediven-Reise gebucht hat, kann bis zu einem Reisestart am 16. Januar kostenlos umbuchen.

Hälfte der Kunden stornierte, die andere buchte um

Als Alternativen bieten Dertour und Meier's Weltreisen zum Beispiel Mauritius und die Seychellen an. "In Frage kommen aber auch andere Regionen in Thailand oder Bali, Kuba und die Dominikanische Republik", erläutert Anke Dannler. Voraussetzung sind freie Plätze in den Hotels und im Flugzeug. Während nach Dannlers Beobachtung bisher etwa die Hälfte der Kunden storniert und die andere Hälfte umgebucht hat, geht der Trend jetzt verstärkt dahin, auf den Urlaub nicht ganz zu verzichten.

Auch der Touristikkonzern Thomas Cook in Oberursel (Hessen), zu dem unter anderem Neckermann Reisen und Bucher-Reisen gehören, hat Sri Lanka und Phuket zunächst aus dem Programm genommen: "Bis zum 31. Januar fliegen wir nicht mehr nach Colombo, bis Ende April nicht mehr nach Phuket", sagt Sprecher Rolf-Dieter Grass. Touristen hätten bis zum 31. Januar die Möglichkeit, auf Alternativ-Routen ans Urlaubsziel zu reisen, zu stornieren oder umzubuchen. Malediven-Reisen können nicht storniert, aber bis zum 16. Januar umgebucht werden.

Die Rewe-Pauschaltouristik in Köln mit den Veranstaltern ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg wird bis 31. Januar keine Gäste nach Phuket und Sri Lanka bringen. Den Gästen werden kostenfreie Umbuchungen angeboten. Zudem können Reisen nach Phuket mit Abflug bis 30. April kostenlos umgebucht werden. "Khao Lak wird bis zum 31. Oktober komplett aus dem Programm genommen", sagt Sprecherin Anette Forré. Die Malediven werden dagegen weiter angeflogen. Bei Reisebeginn bis zum 16. Januar kann jedoch kostenlos umgebucht oder storniert werden.

Bei den Umbuchungswünschen seien Reiseziele in der Karibik am stärksten nachgefragt, sagt Forré. "Insgesamt hatten wir bislang 1500 Stornos und 2000 Umbuchungen." Für die Malediven gebe es aber sogar schon wieder Neubuchungen.

Gefragt sind die Karibik, Mexiko, Kanaren und Ägypten

Die TUI hat alle Reisen nach Phuket und Sri Lanka bis zum 31. Januar gestrichen. Kostenloses Stornieren wird es für die Regionen, die dann wieder angeflogen werden, voraussichtlich nicht mehr geben. "Aber kostenloses Umbuchen bleibt möglich", sagt TUI-Sprecher Mario Köpers in Hannover. Rund 70 bis 80 Prozent der Urlauber haben sich bisher für Reisezieländerungen entschieden. "Vor allem gefragt sind die Karibik, Mexiko, die Kanaren oder Ägypten." Betroffen seien allerdings nur einige tausend Touristen.

FTI in München wird die thailändische Destination Khao Lak voraussichtlich bis zum 31. Oktober nicht mehr anbieten. Urlaubsreisen nach Ko Phi Phi oder Krabi sollen bis zum 31. März aus dem Programm genommen werden. Thailand-Reisende, die einen Aufenthalt in Phuket, Ko Lanta, Ko Phi Phi, Khao Lak oder Krabi gebucht hatten, können bis zum 31. Januar kostenlos stornieren oder umbuchen. Die gleiche Frist gilt für Sri-Lanka-Reisende. Malediven-Urlauber können bis zum 16. Januar kostenlos umbuchen.

Studiosus bietet allen Sri-Lanka-Gästen mit Abreise bis zum 28. Februar ein kostenloses Umbuchungsrecht an. Obwohl die Touren des Veranstalters eher ins Landesinnere führen, greifen die meisten Kunden darauf zurück, sagt Edwin Doldi, Studiosus-Sicherheitsmanager in München. In Südthailand wurden alle Rundreisen und Verlängerungsurlaube bis zum 31. Januar abgesagt. Zudem können Südthailand-Reisende mit Abreise bis zum 28. Februar einen geplanten Verlängerungsaufenthalt in den vom Seebeben betroffenen Regionen stornieren. Auf den Malediven seien die Hotels des zu Studiosus gehörenden Veranstalters Marco Polo nicht von Zerstörungen betroffen.

Mit den thailändischen Reisezielen Phuket, Khao Lak, Krabi und Ko Lanta ist auch der Veranstalter Transorient in Hamburg von dem verheerenden Seebeben betroffen. "Khao Lak haben wir ganz aus dem Programm genommen", sagt dessen Prokurist Helmut Drotleff. Pauschale Stornierungsfristen gebe es aber nicht. Entscheidend seien die Lage am Urlaubsort und der Reisezeitpunkt. Als Alternativen zu den betroffenen Regionen werden unter andere Ko Samui, Malaysia und der Golf von Siam angeboten.

Umbuchungen in Resorts im thailändischen Hinterland

Kostenlose Stornierungen bietet der auf Wellness- und Ayurveda-Urlaub spezialisierte Veranstalter Aytour in Starnberg für Sri Lanka nur noch bis zum 5. Januar an. Danach gilt zunächst bis zum 15. Januar eine Stornopauschale von 150 Euro. "Für die Zeit danach wie auch jetzt schon für Indien verlangen wir eine Stornogebühr von 15 Prozent des Reisepreises", sagt Aytour-Geschäftsführer Uwe Endres. "Wir bieten aber in jedem Fall auch Umbuchungen an, etwa von Sri Lanka nach Indien oder in die Arabischen Emirate." In Frage kommen Endres zufolge aber auch Resorts im thailändischen Hinterland.

Lotus Travel gewährt noch bis 15. Februar für Reisen in betroffene Regionen auf Sri Lanka und an Thailands Westküste kostenlose Stornos. "Unsere Ziele in Nordthailand und in Indien - in Rajasthan und auf Goa - sind von der Katastrophe nicht betroffen", sagt Horst Leibacher, Geschäftsführer des Veranstalters in München, der ebenfalls zahlreiche asiatische Länder im Programm hat.

Die meisten Stornierungen habe es bisher für Sri Lanka gegeben. Dort sei die Situation auch am schwierigsten: "Wir haben den Termin für kostenlose Stornierungen nach und nach nach hinten verschoben", sagt Leibacher. "Und das könnte noch einmal passieren."

Von Swantje Werner und Andreas Heimann, gms



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