Verbraucherschutz-Behörde Viele Flugbuchungsseiten geben Kosten nicht korrekt an

Wer seinen Flug oder ein Hotel über das Internet bucht, sollte genau hinsehen: Noch immer verstecken viele Buchungsseiten Zusatzkosten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz fand zahlreiche Verstöße gegen das EU-Recht.
Abheben in den Urlaub: Augen auf beim Ticketkauf

Abheben in den Urlaub: Augen auf beim Ticketkauf

Foto: Lukas Barth/ dpa

Berlin - Verbraucherschützer haben bei einer groß angelegten Kontrolle im Internet zahlreiche Regelverstöße auf Flugbuchungsseiten festgestellt. Häufig werde der tatsächliche Ticketendpreis nicht wie vorgeschrieben angezeigt, teilt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin mit.

Für die Erhebung prüfte das BVL unter anderem mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) im vergangenen Jahr 33 Angebote von 30 in- und ausländischen Online-Anbietern von Flügen und Hotelzimmern. Der BVL nahm dabei Anbieter mit Sitz im Ausland ins Visier - dabei stellte er bei fast allen rechtliche Verstöße fest.

So seien Zusatzkosten nicht korrekt angegeben worden oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) seien nur sehr schwer erreichbar gewesen. Das Amt habe die jeweils zuständigen ausländischen Partnerbehörden informiert und diese aufgefordert, für Abhilfe zu sorgen.

Der VZBV, der zwölf Websites von im Inland ansässigen Anbietern überprüfte, leitete nach eigenen Angaben sechs Verfahren ein. In vier Fällen verklagte es die Unternehmen. Eine Fluggesellschaft und der Betreiber eines Vergleichsportals informierten nach Auffassung des VZBV während der Buchung erst zu spät über obligatorische Zusatzkosten, obwohl der Gesamtpreis nach EU-Recht eigentlich von Anfang an angegeben werden muss.

Die Klage gegen die Fluggesellschaft scheiterte laut VZBV in erster Instanz. Es werde aber Berufung eingelegt. In zwei weiteren Fällen bemängelte der VZBV, dass zwei Fluggesellschaften auf ihren Buchungsportalen gegen das Verbot jeglicher Voreinstellungen verstießen.

Die Aktion war Teil der "Sweep"-Initiative der Europäischen Kommission, bei der sich Behörden und Verbraucherschutzorganisationen EU-weit koordiniert ein bestimmtes Schwerpunktthema vornehmen und zahlreiche Anbieter überprüfen, um Kundenrechte im Internet zu schützen. Die Kontrolle im Bereich Flugbuchung fand bereits 2013 statt, das Ergebnis wurde aber erst jetzt öffentlich bekanntgegeben.

abl/dpa/AFP
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.