Verdächtiger an Bord US-Flieger bricht Transatlantikflug ab

Der Verdacht gegen einen Passagier hat eine Flugzeug-Crew in den USA dazu gebracht, einen Flug nach Europa abzubrechen. Die Maschine musste in New York zwischenlanden, nachdem ein Verdächtiger ohne Sicherheitskontrolle an Bord gelangt war.

New York - Der Flug von Los Angeles nach London mit 232 Personen an Bord stoppte in New York gegen 3.30 Uhr Ortszeit. Ein Flugbegleiter der American Airlines hatte einen Passagier verdächtigt, ohne Sicherheitsüberprüfung ins Flugzeug gelangt zu sein – er hatte ihn im Shuttle-Bus der Angestellten aufs Flugfeld fahren sehen, so eine Sprecherin der Fluglinie.

Nachdem sie mit dem verdächtigen Passagier gesprochen hatten, beschlossen die Crew-Mitglieder, in New York zwischenzulanden und die Flugzeugkabine sowie sämtliche Passagiere noch einmal zu überprüfen. Laut dem Fernsehsender CNN ließ der Pilot die Fluggäste über den wahren Grund des Zwischenstopps jedoch im Unklaren: Die Unterbrechung des Fluges wurde mit Spritmangel begründet.

Sicherheitskräfte nahmen den Mann fest, wie der Sender berichtete. Ein anderer Passagier vermutete, der abgeführte Verdächtige sei mittel-östlicher Herkunft gewesen. Später wurde der Mann der Bundespolizei FBI übergeben und verhört. Laut Medienberichten war der Verdächtige offenbar ein Angestellter aus dem Luftfahrtbereich, der privat unterwegs war. "Es könnte gut sein, dass es sich hier nur um ein Missverständnis mit einem Angestellten handelt", sagte Heimatschutzminister Michael Chertoff. Die Sprecherin der Fluggesellschaft sagte, sie könnte nicht bestätigen, ob es sich um einen Angestellten handele oder nicht.

Der Flug wurde schließlich ganz abgesagt, weil die Crew mit dem ungeplanten Stopp die arbeitsrechtlich erlaubte Flugzeit überschritten hätte. Die Passagiere wurden auf anderen Flüge umgebucht.

Chertoff hatte früher in dieser Woche mit Hinweis auf sein "Bauchgefühl" gesagt, die USA würden in diesem Sommer einem erhöhten Risiko eines Anschlags gegenüberstehen. Eine neue Bedrohnungseinschätzung von Anti-Terror-Analysten besagt, dass al-Qaida so stark ist wie nicht mehr seit kurz vor den Angriffen vom 11. September 2001.

tno/AP/Reuters

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