Urteil zu Pass-Formalitäten Airline darf Familie Flug verweigern

Ihr Südafrika-Urlaub wurde am Frankfurter Flughafen ausgebremst: Weil eine Familie Einreisevorschriften nicht beachtete, durfte sie nicht an Bord. Sie klagte auf Entschädigung.
Frankfurter Flughafen (Symbolbild): Verpatzter Urlaubsanfang

Frankfurter Flughafen (Symbolbild): Verpatzter Urlaubsanfang

Foto: Boris Roessler/ DPA

Die Fernreise einer Familie begann mit viel Ärger: Eine Airline verweigerte ihr einen Flug nach Südafrika, weil die Reisepässe der Kinder lediglich verlängert und nicht neu ausgestellt waren. Zu Recht, wie das Amtsgericht Frankfurt am Main nun entschied.

In dem am Freitag veröffentlichten Urteil lehnte das Gericht deshalb die Klage auf Entschädigungszahlungen für den verspäteten Urlaubsflug ab. Die Familie musste neue Kinderreisepässe besorgen und konnte gegen einen Aufpreis erst einen Tag später nach Johannesburg fliegen.

Für eine Reise nach Südafrika reicht es nicht aus, den Kinderreisepass nur zu verlängern. Der Pass muss neu ausgestellt sein. Deshalb teilte die Fluggesellschaft der Familie am Flughafen Frankfurt mit, dass die Kinder nicht an Bord kommen könnten. Die Eltern klagten deshalb unter anderem auf Ausgleichszahlungen von jeweils 600 Euro und beriefen sich dazu auf die EU-Fluggastrechte.

Das Amtsgericht wies die Klage ab. Die Entscheidung der Fluggesellschaft sei vertretbar gewesen, weil sich die Anforderungen an die Kinderreisepässe aus Mitteilungen des Auswärtigen Amts und der südafrikanischen Behörden ergäben.

Es komme nicht darauf an, ob die Behörden in Südafrika in jedem Fall bei der Einreise auf die Einhaltung der Vorschriften bestünden. Die Airline sei anders als eine Pauschalreiseanbieter auch nicht verpflichtet, vor der Reise auf die Einreisebestimmungen hinzuweisen.

abl/AFP