Video Gelähmter mit Roboterhilfe auf dem Weg zum Gipfel

Eine kleine, aber spektakuläre Expedition in den Schweizer Alpen ist auf den letzten Metern gescheitert. Mit Hilfe eines Roboter-Gestells wollte ein japanischer Bergsteiger seinen querschnittsgelähmten Freund auf das über 4000 Meter hohe Breithorn tragen.


Zermatt - Das Team aus Japan hat sich gestern von der Bergstation Matterhorn glacier paradise auf 3883 Metern aus auf den Weg auf das 4164 Meter hohe Breithorn gemacht. Der Bergsteiger Takeshi Matsumoto schnallte sich ein Robotergestell an, um mit seiner Hilfe seinen Freund Seiji Uchida auf dem Rücken auf den Gipfel zu tragen. Ein zweiter, ebenfalls gelähmter Japaner wurde auf einem Schlitten gezogen.

Normalerweise dauert der Aufstieg aufs den Gipfel zweieinhalb Stunden. Das Breithorn gilt deshalb als leichtester Viertausender der Alpen. Die Expedition der Universität Tsukuba musste jedoch vor dem Gipfel umkehren, als das Gelände zu steil wurde für das Robotergestell, das die Forscher ursprünglich als Hilfe für Gehbehinderte entwickelt hatten. Außerdem gerieten sie in Zeitnot: Sie mussten die letzte Bahn zurück ins Tal erwischen.

Der Roboter namens HAL (Hybrid Assistive Limb) unterstützt die Beinbewegung und nimmt dem Träger damit einen Teil des Gewichts ab. Er wurde in den letzten 14 Jahren von Yoshiyuki Sankai, Professor an der Universität Tsukuba, entwickelt. "Der Aufstieg ist ein großartiges Ergebnis", sagte Sankai.

Eine Sprecherin der Zermatter Tourismusbehörde sagte, dass für die beiden behinderten Japaner dennoch ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen sei. Der 16-jährige Kyoga Ide leidet an Muskelschwund, der 43-jährige Uchida ist seit 20 Jahren querschnittgelähmt. Das Begleitteam bestand aus 20 Menschen, unter ihnen Forscher der Universität und Familienangehörige.

abl/dpa



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