Vulkan auf Island Eyjafjallajökull bedroht erneut Europas Flugverkehr

Der Vulkan Eyjafjallajökull macht wieder Ärger: Erneut weht seine Aschewolke auf den Kontinent zu. In Spanien mussten bereits 19 Flughäfen geschlossen werden, auch Portugal und Südfrankreich sind betroffen. Experten befürchten, dass sich die Wolke am Sonntag bis nach Italien ausbreitet.

Eyjafjallajökull am 7. Mai: Die Asche beeinträchtigt erneut den Flugverkehr
AFP

Eyjafjallajökull am 7. Mai: Die Asche beeinträchtigt erneut den Flugverkehr


Brüssel/Reykjavík - Die Asche des aktiven isländischen Gletschervulkans hat erneut den Flugverkehr in Teilen Europas gestört. Betroffen waren am Samstag vor allem Flughäfen im Norden Spaniens, Portugals sowie im Süden Frankreichs, teilte die europäische Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol mit.

In Nordspanien wurden am Samstag 19 Flughäfen geschlossen. Die spanische Flughafenbehörde AENA ordnete dies unter anderem für die Airports von La Coruña, Asturias, Santander, San Sebastián, Bilbao und später auch für den Großflughafen von Barcelona an. Die internationalen Flughäfen in Madrid und Palma de Mallorca blieben geöffnet. Allein am Samstag fielen über 600 Flüge in Spanien aus.

In Portugal wurden nach Angaben der Flughafenbehörde ANA mehr als hundert Flüge gestrichen, aber keine Flughäfen geschlossen. Hunderte Transatlantikflüge mussten wegen der Aschewolke umgeleitet werden, weshalb es etwa am Flughafen Frankfurt zu Verspätungen von bis zu 60 Minuten kam. Auch für den Rest des Wochenendes bleiben die Aussichten für Flugreisende düster, genaue Vorhersagen wurden zunächst nicht gemacht.

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Wissenschaftsbilder April: Vulkanausbruch legt Europa lahm

Nach einer Prognose des Meteorologischen Instituts in London könnte sich die Aschewolke bis zum Sonntag über den Norden Spaniens hinaus nach Osten in Richtung Mittelmeer und gar bis an die Westküste Italiens ausbreiten. In den nächsten Tagen müssten Passagiere immer wieder mit Störungen rechnen, warnte auch die irische Luftfahrtbehörde IAA.

Die französische Luftfahrtbehörde erklärte hingegen, vorerst komme es zu keinen Schließungen. Basierend auf den jüngsten Prognosen werde der Süden des Landes bis Montagmittag von der erhöhten Aschekonzentration verschont, hieß es. Transatlantikflüge wurden um die betroffenen Gebiete umgeleitet.

Auch auf den deutschen Luftverkehr hat die Aschewolke nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) vorerst nur geringe Auswirkungen. "Bislang liegt uns keine Wetterwarnung vor, die sich auf Aschepartikel aus dem Vulkan bezieht", sagte DFS-Sprecherin Kristina Kelek am Samstag. Die DFS stehe weiterhin in engem Kontakt mit dem Deutschen Wetterdienst. Die Aschewolke hatte seit Dienstag den Flugverkehr nach Irland und Schottland behindert und sich am Freitag nach Westen bewegt.

Unterdessen meldeten Forscher, dass der Eyjafjallajökull wieder weniger Vulkanasche in die Atmosphäre schickt. Nach einer am Freitagabend veröffentlichten Analyse des Meteorologischen Instituts Reykjavík hat sich die zuvor massiv stärker gewordene Eruption aus dem Gletscher über dem Vulkan wieder beruhigt.

Die Rauchsäule erreiche nur noch geringere Höhen, und die Wolke sei wegen des geringeren Ascheanteils heller geworden, hieß es aus der isländischen Hauptstadt. Man sehe aber keine Anzeichen für ein Ende der Eruption. Diese hatte Mitte April begonnen und durch die ausgestoßene Asche den Flugverkehr in weiten Teilen Europas für knapp eine Woche lahmgelegt.

mbe/can/apn/Reuters/dpa/afp



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Fackus, 24.04.2010
1. eine Frage ...
Zitat von sysopNach dem europaweiten Reise-Chaos dauert die Diskussion über den Umgang mit dem Vulkanausbruch weiterhin an. Inzwischen erscheinen die Entscheidungen zweifelhaft. War die radikale Sperrung des Luftraums überhaupt notwendig?
... die in ihrer Dämlichkeit glatt aus dem ZdF Politbarometer entsprungen sein könnte. Ach - da war sie neulich sogar ? ... klaro. Als ob von uns Normalos irgendeiner das tatsächlich beantworten könnte! Keiner hat seinen Rüssel zum Schnuppern in 6000m über Grund gehängt. Kaum einer wird wissen, was da überhaupt rumgeflogen ist oder hat je einen Vulkan von innen gesehen. Na - dann wird's ja gleich wieder losgehen: Druff auf die Entscheider ! Aber mal nachdenken, was man in so einem Fall an verantwortlicher Stelle wirklich selber getan hätte.
semper fi, 24.04.2010
2.
Zitat von sysopNach dem europaweiten Reise-Chaos dauert die Diskussion über den Umgang mit dem Vulkanausbruch weiterhin an. Inzwischen erscheinen die Entscheidungen zweifelhaft. War die radikale Sperrung des Luftraums überhaupt notwendig?
Die zweideutige Antwort lautet: Jein. Die Sperrung war notwendig. Aber aufgrund des äusserst schlechten Krisenmanagements (in anderen Foren schon mehrfach ausgeführt) hat die Sperrung viel zu lange gedauert.
Haio Forler 24.04.2010
3. .
Zitat von Fackus... die in ihrer Dämlichkeit glatt aus dem ZdF Politbarometer entsprungen sein könnte. Ach - da war sie neulich sogar ? ... klaro. Als ob von uns Normalos irgendeiner das tatsächlich beantworten könnte! Keiner hat seinen Rüssel zum Schnuppern in 6000m über Grund gehängt. Kaum einer wird wissen, was da überhaupt rumgeflogen ist oder hat je einen Vulkan von innen gesehen. Na - dann wird's ja gleich wieder losgehen: Druff auf die Entscheider ! Aber mal nachdenken, was man in so einem Fall an verantwortlicher Stelle wirklich selber getan hätte.
Eben. Vermutlich dasselbe, einfach um sicher zu gehen. Ich hätte das Getöse hören wollen, wäre auch nur eine halbbesetzte Cessna wegen Asche abgestürzt.
shaman1905 24.04.2010
4.
Ich bin mir ganz sicher, was ich gemacht hätte: Gesperrt. Auch nur ein Menschenleben zu riskieren, solange vieles unklar war, hätte ich nicht verantworten wollen.
rkinfo 24.04.2010
5.
Zitat von semper fiDie zweideutige Antwort lautet: Jein. Die Sperrung war notwendig. Aber aufgrund des äusserst schlechten Krisenmanagements (in anderen Foren schon mehrfach ausgeführt) hat die Sperrung viel zu lange gedauert.
Genau ! Auch die Fluggesellschaften, Aibus & Boeing sowie die Triebwerkhersteller hatte keine Daten um die Asche zu bewerten. Ohne messbares Indiz was gefährlich und ungefährlich ist war die Sperrung unvermeidbar. Aber sowas muß nicht viele Tage dauern und vor allem nicht alle 6-10 Stunden neu geschoben werden.
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