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Vulkanausbruch in Indonesien: Flughäfen unter Asche

Foto: Bimo Satrio/ dpa

Vulkanausbruch in Indonesien Aschewolke sorgt für Hunderte Flugausfälle

Der Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Java beeinträchtigt den Luftverkehr: Vier Flughäfen wurden wegen der Asche geschlossen, Hunderte Flüge gestrichen. Einige Maschinen änderten ihre Route, um die Region zu meiden.

Die heftige Eruption des Mount Kelud auf der indonesischen Insel Java sorgt für Störungen des Reiseverkehrs in der Region. Vier Flughäfen wurden geschlossen, weil Startbahnen und Maschinen von einer dicken Staubwolke bedeckt sind. Laut Verkehrsministerium handelt es sich um die Airports von Surabaya, Yogyakarta, Solo und Semarang, die sonst von indonesischen und einigen asiatischen Airlines angeflogen werden. Hunderte Flüge wurden gestrichen.

Australische Ferienflieger nach Bali und Phuket in Thailand kehrten teils auf halber Strecke um. Qantas strich Flüge nach Jakarta und änderte Flugrouten nach Singapur. Lufthansa fliegt in Südostasien nur bis Singapur und war von der Aschewolke deshalb nicht betroffen, sagte ein Sprecher.

Der Passagier Richard Craig war an Bord einer Qantas-Maschine nach Jakarta, als das Flugzeug in die Wolke flog. Er berichtete dem "Sydney Morning Herald"  von einer plötzlichen Verdunklung. "Es sah so aus, als käme Rauch aus den Luftdüsen", sagte Craig. "Der Alarm ging an und piepte mehrfach." Der Pilot habe mitgeteilt, dass es sich um eine Aschewolke handele, vor der die Luftraumkontrolle vorher nicht gewarnt habe.

"Große Mengen Vulkanasche sind in der Stratosphäre und könnten einige Tage dort bleiben", hieß es vom Informationszentrum Vulkanasche  in der australischen Stadt Darwin. "In dieser Höhe kann Vulkanasche den Flugbetrieb beeinträchtigen." Vulkanasche enthalte pulverisiertes Gestein und Gas. Schmelze sie an heißen Bereichen des Triebwerks, könne sich eine Art Glasschicht bilden und das Triebwerk ausfallen lassen. Zudem könne sie Benzin- und Kühlmittelleitungen zusetzen.

Starke Schäden schon 2010

Rund um den Vulkan selbst gibt es keine größeren Touristenattraktionen, Yogyakarta ist aber das kulturelle Zentrum der indonesischen Hauptinsel Java. In einer Entfernung von 20 und 40 Kilometern befinden sich mit den Tempeln Borobodur und Prambanan zwei bedeutende Sehenswürdigkeiten in der Nähe. Laut einer Sprecherin des Indonesischen Fremdenverkehrsamts wurde der Tempel Borobodur wegen des Vulkanausbruchs inzwischen geschlossen und zum Schutz abgedeckt. Er war schon 2010 durch Asche schwer beschädigt worden. Deutschland hatte die Restaurierung damals mit 280.000 Euro gefördert.

Das Auswärtige Amt in Berlin empfahl Reisenden , sich über die aktuelle Lage in den Medien zu informieren und den Anweisungen der örtlichen Behörden Folge zu leisten.

Der Vulkan hatte seit Tagen gebrodelt, sein Ausbruch in der Nacht zwang Hunderttausende Menschen zur Flucht und begrub das Land über Hunderte Kilometer unter einer dicken Ascheschicht. Drei Menschen starben. Der 1731 Meter hohe Kelud war zuletzt 2007 ausgebrochen.

emt/dpa
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