Waldbrände Moskau-Touristen sollten im Hotel bleiben

Moskau versinkt im dichten Smog, die Stadtverwaltung warnt vor Gesundheitsgefahren - und auch Touristen sollten ihre Unterkünfte momentan nicht verlassen. Die heftigen Waldbrände schicken giftige Gase in die russische Hauptstadt, gegen die auch Mundmasken nicht helfen.

Touristen auf dem Roten Platz: Auch Mundschutz hilft nicht gegen den Smog
DPA

Touristen auf dem Roten Platz: Auch Mundschutz hilft nicht gegen den Smog


Berlin - Moskau-Reisende verlassen ihr Hotels derzeit besser nicht. Denn die Waldbrände in Russland breiten sich immer weiter aus. Die russische Hauptstadt litt am Mittwoch unter dem bislang schlimmsten Smog, der sogar bis in die U-Bahn vordrang. Meteorologen erklärten, die Schadstoffbelastung habe über Nacht einen kritischen Wert erreicht und auch gesunde Menschen sollten sich vor dem Rauch schützen. Einwohner klagten über Reizungen der Augen und der Atemwege. Und auch die Stadtverwaltung warnte vor Gesundheitsgefahren.

"Wie bei Smog gilt der Rat: drinnen bleiben, Klimaanlagen nutzen und Gegenden mit höherer Schadstoffkonzentration meiden", sagte Silvia Darmstädter vom Deutschen Feuerwehrverband in Berlin. Sinnvoll sei auch, sich bei den örtlichen Touristenbüros zu erkundigen, wo die Belastungen geringer sind.

Wer unbedingt ins Freie müsse, sollte sich körperlich möglichst nicht anstrengen. Das gilt insbesondere für Menschen mit Atemwegsbeschwerden. Asthmakranke zum Beispiel sollten darauf achten, dass sie ausreichend mit Medikamenten versorgt sind. Darmstädter riet außerdem, nicht zu Tageszeiten nach draußen zu gehen, zu denen mit vermehrtem Straßenverkehr zu rechnen ist. Dieser belaste die Luft zusätzlich zu den Rauchgasen aus den Bränden.

Bei Rauch aus Bränden entwickeln sich vor allem Kohlendioxid und Kohlenmonoxid. Das Tragen sogenannter Infektionsschutzmasken hat nach Einschätzung der Expertin daher allenfalls eine psychologische Wirkung. Denn solche Masken filtern nur Partikel aus der Luft heraus, schützen aber nicht vor den giften Gasen, die derzeit Moskau und Umgebung belasten.

Richtige Atemschutzmasken seien darüber hinaus nur im Fachhandel erhältlich, und der Umgang mit ihnen müsse trainiert werden. "Das ist wie das Atmen durch einen Schwamm", erklärte sie. Feuerwehrleute schützten sich bei Bränden zwar mit sogenannten Pressluftatmern - "wie Taucher auch". Das sei für Touristen aber sicher eine zu extreme Maßnahme und bedürfe ebenfalls eines gewissen Trainings.

abl/dpa/apn



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.