Waldbrand in Chile Nationalpark Torres del Paine wegen Feuer geschlossen

Seit Tagen wüten die Flammen in Chiles bekanntestem Nationalpark. Jetzt haben die Behörden das Reservat Torres del Paine auf unbestimmte Zeit für die Öffentlichkeit geschlossen. Schuld ist angeblich ein israelischer Tourist - doch der streitet alle Vorwürfe ab.

REUTERS

Santiago de Chile - Urlauber in Chile können wegen eines außer Kontrolle geratenen Waldbrands derzeit nicht mehr den Nationalpark Torres del Paine besuchen. Er wurde von den chilenischen Behörden geschlossen, wie das Tourismusbüro des Landes mitteilt. Wann der Park wieder geöffnet werden kann, sei unklar. Besucher sollten sich vor Reiseantritt mit ihrem Veranstalter in Verbindung setzen.

Das Feuer brach am Dienstag in der Nähe des Grey-Sees aus. Das bergige Gelände und ein starker Wind hatten die Löscharbeiten bislang behindert. Erst nach einem leichten Regen am Freitag schwächte der Wind ab. Dies ermöglichte am Wochenende den Einsatz eines Löschhubschraubers. Insgesamt mehr als 550 Feuerwehrmänner und Helfer aus Chile und Argentinien kämpfen gegen den Waldbrand.

Ein 23-jähriger israelischer Tourist wurde als mutmaßlicher Täter wegen fahrlässiger Brandstiftung festgenommen. Er hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Park gebrauchtes Klopapier verbrennen wollen, berichtete der Fernsehsender 24 Horas. Ihm drohen bis zu 60 Tage Haft und eine Strafe zwischen 80 und 300 Dollar. Der junge Tourist blieb auf freiem Fuß, darf die Region aber nicht verlassen.

Die Familie des Beschuldigten wirft den Behörden vor, den 23-Jährigen als Sündenbock zu missbrauchen. Der Reisepartner des jungen Mannes sagte dem israelischen Rundfunk, sein Freund könne unmöglich Schuld an den verheerenden Bränden sein und machte seinerseits das späte Eingreifen der Behörden verantwortlich. Diese hätten erst mit einer Nacht Verspätung reagiert.

Der malerische Park Torres del Paine ("Himmels-Türme") war 1978 von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt worden. Er wird jedes Jahr von 120.000 Touristen besucht und ist vor allem bei Wanderern und Bergsteigern beliebt.

dkr/afp/dpa



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