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10. Dezember 2018, 09:10 Uhr

Streiks bei Bahn

Das sind die Rechte von Reisenden

Millionen Bahnpendler mussten am Montagmorgen auf andere Verkehrsmittel ausweichen, auch Passagiere im Fernverkehr standen vor leeren Gleisen. Das müssen Sie bei dem aktuellen Bahnstreik wissen.

Der Warnstreiks der Eisenbahner hat die Reisepläne vieler Passagiere durcheinander gebracht. Die Deutsche Bahn hat aufgrund der Ausfälle und Verspätungen die Gültigkeit der Tickets angepasst:

Im Fernverkehr sollen alle für Montag gekauften Tickets bis zum Sonntag gültig bleiben, wie die Bahn mitteilte. Für bestimmte Spartickets werde zudem die Zugbindung aufgehoben. Wer wegen des Streiks von der Bahn auf andere Verkehrsmittel umsteigen will, kann sich Zugticket und Reservierung in jedem DB-Reisezentrum ohne weitere Kosten erstatten lassen.

Darüber hinaus können Bahnkunden generell bei Verspätungen eine Entschädigung oder Erstattung fordern:

Auf höhere Gewalt kann sich der Konzern im Gegensatz zu Airlines nicht berufen. Lokführerstreik, Sturmschäden, geflutete Strecken - kommt ein Zug deshalb zu spät an oder fällt er aus, hat man trotzdem Anspruch auf Entschädigung oder Kostenerstattung.

S-Bahn-Kunden stehen in Sachen Entschädigung schlechter da. Lediglich 1,50 Euro gibt es in der zweiten Klasse ab 60 Minuten Verspätung. Und: Die Beträge werden erst ab vier Euro ausgezahlt. Auch wer in der ersten Klasse S-Bahn fährt, erreicht diese Marke nicht: Dort erhalten Kunden 2,25 Euro für 60 Minuten Verspätung. De facto gilt die Entschädigung also fast nur für Kunden mit Zeitkarten, die mehrfach in Streiks geraten.

Mit weiteren Streiks müssen Bahnkunden zunächst nicht rechnen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erklärte, man sei bereit, wieder zu verhandeln.

Wie Sie Ihre Entschädigung erhalten, lesen Sie hier.

abl/dpa/Reuters

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