Andauernde Unruhen in Bangkok Was Thailand-Reisende wissen müssen

In Thailand beginnt die Hauptreisesaison - und in Bangkok halten Demonstranten mehrere Ministerien besetzt. Was müssen Touristen, die über Hauptstadt anreisen, beachten? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Lage.

Demo in Bangkok (Archiv): Touristen sollten am Königspalast aufmerksam sein
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Demo in Bangkok (Archiv): Touristen sollten am Königspalast aufmerksam sein


Bangkok/Berlin - Die Lage in Bangkok bleibt weiter angespannt. Seit Montag halten Regierungsgegner mehrere Ministerien besetzt. Es ist die heftigste Protestwelle in Thailand seit den Unruhen mit Todesopfern im Frühjahr 2010.

Die Einschränkungen für Urlauber halten sich zwar noch in Grenzen, Vorsicht sollten sie dennoch an den Tag legen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Situation in Thailand:

Gibt es Behinderungen im Flugverkehr?

Laut der Tourism Authority des Landes läuft der Verkehr auf den wichtigsten Flughäfen in Bangkok sowie anderen Teilen von Thailand normal. Wer am Airport Suvarnabhumi landet oder abfliegt, sollte auf dem Weg von und in die Stadt jedoch mit längeren Fahrtzeiten rechnen. Das Verkehrsaufkommen ist laut dem Airportbetreiber wegen der Proteste hoch, außerdem könne es zeitweise zu wenig Taxis geben. Reisende sollten deshalb die öffentlichen Verkehrsmittel oder private Shuttledienste nutzen.

Wo ist der Schwerpunkt der Demonstrationen?

Die Proteste der Regierungsgegner konzentrieren sich auf die Gegend um das Demokratiedenkmal in der Ratchadamnoen Klang Avenue sowie rund um das Finanz- und Außenministerium. Die Unterstützer der Regierung haben ihr Lager am Rajamangala-Stadion in der Ramkhamhaeng Road aufgeschlagen.

Gibt es Behinderungen für Touristen?

Die Schwerpunkte der Demonstrationen sind laut Tourism Authority keine Touristenattraktionen. Alle Sehenswürdigkeiten in Bangkok, wie der Große Palast oder der Tempel des Smaragd-Buddha, sind geöffnet. Das Auswärtige Amt weist aber darauf hin, dass es auch an Touristenattraktionen zu Demonstrationen kommen kann. Die Behörden haben über ganz Bangkok sowie über angrenzende Provinzen den Notstand verhängt. Deshalb ist mit Straßensperren und verstärkten Personenkontrollen zu rechnen und dementsprechend mit Verkehrsbehinderungen.

Mussten die Reiseveranstalter schon reagieren?

Einige Reiseveranstalter haben Ausflüge in Bangkok umgeroutet, erklärt Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbands (DRV). Die meisten Ausflüge führten aber ohnehin nicht in das vor allem betroffene Regierungsviertel. Den Teilnehmern von Studienreisen sei empfohlen worden, auch nicht auf eigene Faust in die entsprechenden Gegenden zu gehen. "Einzelreisende müssen wissen, dass sie sich nach den Hinweisen des Auswärtigen Amts richten sollten", sagte Schäfer SPIEGEL ONLINE.

Wie sollten sich Touristen verhalten?

Touristen sollten laut Tourism Authority ihre Reisepläne überprüfen und Menschenansammlungen meiden. Auch das Auswärtige Amt rät, sich von Demonstrationen wie auch von jeglichen Menschenansammlungen im Bangkoker Stadtgebiet fernzuhalten. Urlauber sollten sich über die Medien über die aktuelle Entwicklung informieren und dem Rat von Reiseveranstaltern Folge leisten.

Wie ist die Lage in den Urlaubsgebieten?

Die Lage in den Haupturlaubsgebieten im Süden des Landes, zum Beispiel in Phuket oder Koh Samui ist laut Schäfer ruhig. Dort gebe es derzeit keine Auseinandersetzungen und Demonstrationen.

Wie viele Urlauber sind derzeit in Thailand?

In Thailand beginnt in diesen Tagen die Hauptreisezeit. Bangkok selbst ist mit Ausnahme von einigen Städtereisenden vor allem Durchgangsziel - entweder zur Weiterreise in andere Länder oder zu den Stränden im Süden des Landes, erklärt DRV-Sprecher Schäfer. Rund 650.000 Deutsche besuchen Thailand pro Jahr.

abl/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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rakasmies 26.11.2013
1. Gruesse aus Thailand.
Man stelle sich vor, jedes Wochenende wuerden wegen irgendwelcher Demos in Berlin weltweit Reisewarnungen ins Netz gestellt und zum 1. Mai der Luftraum ueber Berlin gaenzlich dicht gemacht. Genauso uebetrieben ist das mit den Warnungen bezueglich Bangkok und Rest-Thailand. Alle Demos sind in diesen Tagen total friedlich und wandernde Kulturereignisse, keine Wasserwerfer, keine Steinwerfer, kein ausufernder Hass, nur Riesenlaerm und viele Fahnen. Klar, das kann sich alles aendern und zuspitzen, eben wie in Kreuzberg am 1. Mai. Aber eben doch nicht ganz so, weil die Mentalitaet hier anders ist. Also liebe Leute, auch von SPON, lasst die Kirche im Dorf oder die Tempel in Bangkok. Versucht lieber die Ereignisse politisch tiefgruendiger einzuschaetzen und bereitet euch auf grosse Veraenderungen vor, wenn der - wie es heisst - gesundheitlich schwer angeschlagene Koenig nicht mehr in die Ereignisse eingreifen kann, dann droht naemlich ein echtes schwarzes Loch.....
T0311 26.11.2013
2. Grüsse nach Thailand
Man sollte zwischen Reisewarnungen und akttuelle Hinweise für Touristen unterscheiden können lieber Rakasmies. Was SPON hier schreibt ist nichts Anderes was auch auf der Webseite des Auswärtigen Amtes nachzulesen ist. Also nur ein Hinweis, worauf man als Tourist achten sollte. Bevor man das nicht unterscheiden kann, sollte man nicht gleich immer auf SPON rumhacken, wie so oft hier. Entscheiden Sie sich für ein anderes Medium, wenn Ihnen das hier nicht passt!
obruni.ningo 26.11.2013
3. Gesunder Menschenverstand
sagt uns, daß das AA die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen hat. Wer vor Ort als echter Expat (nicht Diplomat!) lebt hat meist realistischere Einschätzungen.
ichweissbescheid! 26.11.2013
4. Es wird nie so heiß gegessen wie gekocht
Bin am 21.11. Von Bangkok zurück nach Udon geflogen (Bin jetzt 6 Monate in Thailand). Und war auch direkt an einer Demo vorbeigetiegert. Ich würde es nicht dramatischer darstellen als es ist. In Deutschland würde ich auch Orte meiden, an denen Demos stattfinden. Es kann immer und überall aus dem Ruder laufen (vgl. Stuttgart 21-Demo). Soweit ich das beurteilen kann, sind die Demos auf Bangkok beschränkt. Hier im Isaan ist alles rhuig.Im gegenteil, meinen Bekannten hier geht das ziemlich auf den Sack. Denn egal wer die Regierung stellt, die Anderen fangen früher oder später an zu protestieren. In diesem Sinne, der Name ist Programm Ich weiss Bescheid! unter http://www.ross.sx
AlexanderBlum 26.11.2013
5. Fernhalten von Demos? Besser mal hingehen!
Ich selbst war am Sonntag mitten in der größten Demo der "Gelben" in Bangkok und alle Thais, denen ich dort begegnet bin, haben sich gefreut, dass sich ein westlicher Ausländer für die Proteste gegen das Amnestie-Gesetz interessiert. Die Proteste selbst sind eine bunte Mischung aus Kundgebung, Vorträgen, Musik und Straßenfest. Kein Hauch einer Gefahr für Ausländer, die sich dafür interessieren! Eher die Chance mit Thais ins Gespräch zu kommen - abseits der Touri-Abzocken in Pattaya und Phuket!
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