Wassersportmesse Boot Gummiboot für die Golftasche

Eine Segeljolle zum Aufblasen, ein Motor für das Kajak und Yachten für Millionen: Auf der Messe Boot in Düsseldorf können Fans aller Wassersportarten aufrüsten. Einmal täglich geht eins der Gefährte publikumswirksam unter.

DPA

Düsseldorf - In Halle 13 findet einmal täglich der kontrollierte Untergang statt. Ein mit Lecks präpariertes Schiff bietet das in diesem Fall ungefährliche Erlebnis auf der weltgrößten Wassersportmesse Boot in Düsseldorf. "Es ist ein echtes untergehendes Schiff", sagt Moderator Jürgen Hilcken über den im seichten Wasserbecken liegenden Kahn. Die mutigen Freiwilligen sollen das Loch finden und so schnell wie möglich abdichten.

Freizeit und Sport können immer bequemer werden, wie die Messe zeigt, die noch bis 26. Januar stattfindet. David Thomas etwa stellt nach eigenen Angaben eine Neuheit vor: einen Motor fürs Surfbrett. Wie von Zauberhand gezogen, saust der junge Mann auf dem flachen Brett durchs Wasser. "Man kann den Motor benutzen, um hinter die Wellen zu kommen", sagt der Engländer, und dann könne man mehr Wellenreiten.

Eine umworbene Zielgruppe sind die Anfänger im Wassersport. Einfache Angebote sollen ihnen den Einstieg in die Welt des maritimen Sports ermöglichen. Zu den preiswertesten Modellen gehört ein Gummiboot, das variabel ist: Es kann als Segelboot, als Board oder auch als Badeinsel genutzt werden, mit zwei Paddeln wird es zum Kajak. Ohne Luft und zusammengefaltet passe es in eine Golftasche, versichert der Vertreter des Herstellers.

Das Gummiboot ist noch eines der preiswerteren Modelle auf der Messe. 1700 Boote sind in den Hallen auf dem Trockenen ausgestellt. Darunter sind schnittige Rennboote, Segelschiffe aller Größen und pompöse Millionärsyachten von 30 Metern Länge. Die Luxusabteilung ist wieder größer geworden. Mehr als 40 voluminöse Schiffe werden präsentiert.

Tauchcomputer mit iPhone

Ein kleiner Motor kann Kanuten das Reisen auf dem Wasser erleichtern. Nun gibt es dazu auch einen faltbaren Solargenerator, der auf dem Boot befestigt wird und die Sonnenenergie einfängt. Wenn Wassersportlern beim anstrengenden Paddeln die Puste ausgeht, können sie den Motor dazuschalten. Auch Handy oder Navigationsgerät ließen sich so unterwegs aufladen und betreiben, versichert Entwickler Hans Ramsperger über seine Kooperation mit der Faltbootwerft Klepper.

Für technikbegeisterte Taucher wird ein wasserdichter Tauchcomputer präsentiert, der ein iPhone integriert und demnächst in Serie gehen soll. Kleiner als ein Taschenbuch ist das Gerät, das unter Wasser als Kamera, Navigationsgerät, Temperaturmesser und Logbuch dienen kann. Bis 150 Meter sei der Tauchcomputer wasserdicht, versichert Hersteller Holger Heinemann, der Modelle auch für andere Smartphones entwickeln will. Weil die Bildschirme nicht auf Berührung durch Tauchhandschuhe reagieren, wird die Bedienung durch Klopfen gesteuert.

Dem Wassersport fehlt es einer Erhebung des Bundesverbands Wassersportwirtschaft zufolge an Nachwuchs - der durchschnittliche Freizeitkapitän ist schon hoch in den Fünfzigern. Deshalb wird der Mitmachfaktor immer wichtiger auf der Wassersportmesse, die bis zum 26. Januar dauert.

Erstmals können Besucher das Segeln ausprobieren - sicher im Wasserbecken. Eine Flotte von acht Optimisten-Booten und eine Windmaschine stehen für einen sicheren Törn bereit. Und auf einem künstlichen Fluss in der Kanuabteilung dümpeln die Kajaks.

Ulrike Hofsähs/dpa/abl

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