Wegen Sanddiebstahls Mexikanische Soldaten sperren Hotelstrand

Touristen dürfen nicht mehr ans Wasser: An einem Hotelstrand im mexikanischen Cancún verhindern Marinesoldaten das Badevergnügen im Meer - weil ein Unternehmer mit illegalen Methoden Sand angehäuft hat.


Mexiko-Stadt - Das fanden die Urlauber gar nicht lustig: Ihr puderzuckerweißes Strandparadies war abgeriegelt von gelbem Flatterband und bewaffneten Uniformierten wie ein Tatort. Das war es auch - nach Auffassung der mexikanischen Umweltschutzbehörde.

Strand in Cancún: Der Hurrican "Wilma" richtete hier schwere Schäden an
REUTERS

Strand in Cancún: Der Hurrican "Wilma" richtete hier schwere Schäden an

Sie ließ einen Hotelstrand im Badeort Cancún sperren, weil der Sand illegal aufgeschüttet worden sein soll. Der Umweltbeauftragte Patricio Patron forderte sogar Unterstützung von Marinesoldaten an.

Nach dem Hurrikan "Wilma" 2005 gab Mexiko umgerechnet 13,5 Millionen Euro dafür, die zerstörten Strände in Cancun wieder aufzuschütten. Doch einen großen Teil des vom Meeresgrund gepumpten Sandes hat sich das Meer schon wieder zurückgeholt. Daher ließen einige Grundstücksbesitzer Wellenbrecher errichten, um den Sand zurückzuhalten. Häufig allerdings hat das nur den Effekt, dass der Sand eben ein Stückchen strandabwärts weggespült wird.

Auf vorherige Mahnungen nicht reagiert

Ein Wellenbrecher zum Schaden der Konkurrenz wird nun auch dem betroffenen Hotel zum Vorwurf gemacht. Fünf Personen wurden festgenommen, die Sand vom Meeresboden vor das Haus gepumpt haben sollen. Das Hotel hatte nach Behördenangaben auf vorherige Aufforderungen, den Wellenbrecher zu beseitigen, nicht reagiert.

Verärgert standen Urlauber vor der Absperrung. Sie habe extra ein Zimmer am Meer gebucht und finde sich jetzt vom Wasser abgeschnitten, klagte Maria Bachino aus Uruguay. "Die haben uns Strand versprochen!", empörte sie sich. "Das ist sehr unangenehm. Und das ist beängstigend", fügte sie mit Blick auf die Marinesoldaten hinzu.

Der Umweltbeauftragte Patron bedauerte die Unannehmlichkeiten. Er verwies darauf, dass die Regierung alle Strände in Cancún auf ordentliche und umweltgerechte Weise wiederzustellen plane: "Ich entschuldige mich bei den Touristen. Aber hier geht es darum, die Gesetze einzuhalten."

Mark Stevenson, AP



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