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Winterwetter: Europaweit Ärger für Reisende

Foto: ALEX DOMANSKI/ REUTERS

Wetterchaos Frankfurt muss Hunderte Flüge streichen

Flugreisende müssen erneut mit zahlreichen Ausfällen rechnen: Der Frankfurter Airport hat angekündigt, am Sonntag mehr als 300 Flüge zu streichen. Noch dramatischer sieht es in London-Heathrow aus - dort sind den ganzen Tag lang keine Landungen möglich.

Berlin - Für Reisende bringt das Schneewetter weiter jede Menge Ärger. Der Flughafen Frankfurt muss auch am Sonntag mit dem Wintereinbruch kämpfen. Am Morgen war bereits sicher, dass 302 von 1317 Verbindungen ins In- und Ausland gestrichen werden. Betroffen sind 146 Starts und 156 Landungen, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Allein die Lufthansa hatte im Zuge ihres Sonderflugplans 130 Flüge gestrichen.

Vor Beginn des Flugbetriebs war nur eine Bahn offen, der Winterdienst sei aber mit jedem Räumfahrzeug im Einsatz. Der Flugbetrieb hänge aber auch von der Situation an anderen Flughäfen wie Florenz oder London ab. Am Samstag waren insgesamt 272 Flüge in Frankfurt gestrichen worden.

Von Tumulten unter den Fluggästen, wie es sie am Samstag gegeben hatte, war in der Nacht keine Rede mehr. "Es sind viele Leute da, aber es läuft geordnet ab", teilte ein Polizeisprecher mit. Die Lufthansa bittet weiterhin alle für innerdeutsche Flüge gebuchten Passagiere, auf die Bahn umzusteigen. Ihre Flugscheine können nach Angaben des Unternehmens aufgrund der Sondersituation als Bahnticket genutzt werden. Doch auch auf den Schienen sind durch das Wetter viele Verspätungen zu erwarten.

Keine Landungen in Heathrow

Die Berliner Flughäfen und der Flughafen Hamburg machten derweil lediglich Angaben zu Verbindungen, die schon am Samstag gestrichen worden waren. In Hamburg betreffe das acht Flüge, man gehe aber davon aus, am Sonntag den Flugbetrieb regulär starten zu können, sagte ein Sprecher. Am Flughafen Tegel wurden einige Flüge nach London, Paris oder Frankfurt annulliert.

Stärker von dem Schneewetter betroffen ist Europas größter Flughafen London-Heathrow: Hier sollen den ganzen Sonntag keine Flugzeuge landen, nur ein paar Starts sind zu erwarten. Man hoffe darauf, am Montag den Flughafen wieder vollständig öffnen zu können, hieß es auf der Web-Seite. "Wir entschuldigen uns vielmals für die Störungen", teilte der Flughafen mit. Mehrere hundert Mitarbeiter seien im Einsatz, um es "den Passagieren im Terminal so komfortabel wie möglich zu machen".

Der Flughafen Gatwick konnte am späten Samstagnachmittag wieder geöffnet werden, doch auch hier sind am Sonntag weitere Störungen zu erwarten. Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle mussten am Samstag zwischen 16 und 23 Uhr etwa 15 Prozent der Flüge ausfallen. Im Nordosten Frankreichs kam es unter anderem in Nantes und Rennes zu Flugstreichungen.

In Belgien zwang das Schneechaos 4000 Flugpassagiere zu einer unfreiwilligen Nacht in Brüssel. Viele konnten in Hotels in Flughafennähe unterkommen. Doch 1500 Fernreisende nach Großbritannien, die wegen der Schließung der Londoner Flughäfen nach Brüssel umgeleitet wurden, mussten die Nacht im Transitbereich verbringen: "Sie kommen aus allen Teilen der Welt und haben kein Visum", sagte ein Flughafensprecher am Sonntag. Die Fluggäste aus China, Südkorea, Kuwait und den USA durften den Bereich nicht verlassen.

Weiter starker Schneefall zu erwarten

Passagiere, die von Flugstreichungen der Lufthansa betroffen sind, können sich an ein eigens eingerichtetes Call-Center wenden. Die kostenfreie Rufnummer lautet 0800 850 60 70 für Anrufe aus Deutschland. Im Ausland gelten die jeweiligen lokalen Rufnummern der Lufthansa. Weitere Informationen gibt es auch per Internet.

Am Samstag war es auf dem größten deutschen Airport in Frankfurt zu tumultartigen Auseinandersetzungen zwischen teilweise seit Tagen wartenden Passagieren gekommen, die Polizei musste eingreifen. Insgesamt mussten wegen des Winterwetters 272 Flüge ausfallen.

Auf den Straßen blieb es indes in der Nacht zum Sonntag ruhig. "Es schneit seit viereinhalb Stunden, aber es gibt keine Unfälle", sagte ein Polizeisprecher aus Mainz. Auch im Saarland gab es starke Schneefälle, die jedoch in der Nacht keinen großen Einfluss auf das Unfallgeschehen hatten. "Es fährt kein Auto mehr in Saarbrücken", hieß es von der dortigen Polizei. Wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilt, ist auch am Sonntag gebietsweise mit länger anhaltendem und teilweise kräftigem Schneefall zu rechnen. Im Südwesten kann er in Regen mit Glatteisgefahr übergehen. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen minus acht Grad in Brandenburg und bis plus zwei Grad am Oberrhein.

sto/dpa/dapd/Reuters