Wetterkapriolen Schneechaos in Süddeutschland

Schnee und Glätte haben in der Nacht den Verkehr im Süden und Südwesten behindert. Auf den Autobahnen bildeten sich lange Staus. Entspannt hat sich die Lage am Frankfurter Flughafen.


München/Frankfurt am Main - Vom Schneechaos am schwersten betroffen waren Hessen und Bayern. Dort verzeichnete die Polizei zahlreiche Staus, Blechschäden und liegen gebliebene Lastwagen. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz war es etwas ruhiger.



In Hessen machte die Glätte den Lastwagen- und Autofahrern zu schaffen. Die Polizei zählte zahlreiche quer stehende Lkw, vor allem auf den Ausfahrten der Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet. "Die Lage auf den Straßen hat sich noch nicht entspannt", sagte ein Sprecher der Polizei in Frankfurt am Main. Durch die Glätte gäbe es immer wieder Unfälle, "dann bleibt wieder alles stehen". Im Bereich Offenbach musste die Polizei immer wieder Straßen sperren. Die Beamten zählten seit Beginn der Schneefälle über 100 Unfälle, vor allem Blechschäden.

Auch in Bayern brachte der Wintereinbruch den Verkehr immer wieder zum Erliegen. Durch die heftigen und stundenlangen Schneefälle kam es in Oberbayern zu Unfällen mit Blechschäden, Lastwagen blieben auf den Straßen liegen. Betroffen waren die Autobahn 99 am Kreuz München-Süd und die Autobahn 8 bei Merklingen. Dort staute sich der Verkehr.

In Unterfranken verzeichnete die Polizei in der Nacht auf der A 3 zwischen den Anschlussstellen Schlüsselfeld und Aschaffenburg einen Stau von zeitweise 16 Kilometer Länge. "Es hat plötzlich heftig geschneit - auf einen Schlag 25 Zentimeter", sagte ein Sprecher der Polizei Würzburg. Da viele Lastwagen aus Kostengründen keine Winterreifen hätten, blieben sie an den Steigungen liegen und blockierten den Verkehr.

Auch in Baden-Württemberg schneite es in der Nacht stark. "Straßen mussten immer wieder gesperrt werden", sagte ein Sprecher des Verkehrswarndienstes. Es sei aber relativ ruhig geblieben, da wenig Verkehr unterwegs war. Auf der Autobahn 6 zwischen Sinsheim und Wiesloch kam es immer wieder zu Staus. Auf der Autobahn 8 bei Ulm behinderten starke Schneefälle die Sicht.

In weiten Teilen von Rheinland-Pfalz war die Lage in der Nacht "sehr durchwachsen". Zwar hatte es nach Angaben eines Sprechers des Verkehrswarndienstes kaum noch geschneit, aber durch den Schnee waren die Straßen glatt. Es kam zu kleineren Staus auf den Autobahnen. Viele Lastwagen versuchten die nächstliegenden Raststätten anzufahren. Zahlreiche blieben liegen. Die Raststätten Hunsrück und Wonnegau waren überfüllt.

Entspannung am Frankfurter Flughafen

Unterdessen hat sich der Flugbetrieb auf Deutschlands größtem Luftdrehkreuz in Frankfurt am Main wieder normalisiert. Es werde aber noch leichte Verspätungen geben, sagte ein Sprecher am Morgen auf Anfrage. Es müssten auch noch einige "gestrandete Gäste" versorgt werden. Den Angaben zufolge mussten bis zum Abend über 1000 Passagiere in Hotels gebracht werden.

Schnee liege nur noch am Rand der Start- und Landebahn. Der Winterdienst sei im Einsatz. Die Versorgung mit Enteisungs- und Streumitteln sei gesichert. Bereits gestern Abend war für den Flughafen Schnee-Entwarnung gegeben worden. Zuvor mussten bis 23.00 Uhr insgesamt rund 570 Starts und Landungen wegen des massiven Schneefalls gestrichen werden.

Die Lage bleibt angespannt, von Frühling keine Spur. Schneefall und Kälte bestimmen weiterhin das Wetter in Deutschland. Heute verlagern sich die Schneefälle immer mehr in Richtung Süden. Vor allem zwischen dem Schwarzwald und dem Bayerischen Wald schneit es aber teils noch intensiv, teilte der Wetterdienst Meteomedia mit. Morgen bleibt es im Süden bei vielen Wolken und weiterhin leichtem bis mäßigem Schneefall.

suc/dpa/ddp



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