Wiederaufbau der Frauenkirche Das 60.000-Tonnen-Projekt

Fast 48 Jahre lang mahnte die Ruine der Frauenkirche am Dresdner Neumarkt an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Im Mai 1994 begann der spektakuläre Wiederaufbau. Die reinen Baukosten liegen bei 131 Millionen Euro.

Dresden - Die Frauenkirche ist 91,23 Meter hoch, bis zu 50 Meter breit und insgesamt 60.000 Tonnen schwer. Allein die gewaltige Sandsteinkuppel wiegt 9000 Tonnen und ist mit ihrem Außendurchmesser von rund 26 Metern zugleich die größte Kuppel nördlich der Alpen. Gekrönt wird die Kuppel von einem etwa acht Meter hohen vergoldeten Turmkreuz. Das Kreuz ist ein Nachbau des stark beschädigten Originals, das in den Trümmern der Frauenkirche gefunden wurde.

Die Frauenkirche besteht zu mehr als 40 Prozent aus historischer Bausubstanz. Insgesamt wurden 8425 alte Steine beim Wiederaufbau verwendet, davon allein rund 7100 für die Außenfassade und 1640 für den Altar. Die alten Steine heben sich vom neuen Sandstein durch ihre dunklere Farbe deutlich ab. Die reinen Baukosten für die Frauenkirche liegen bei rund 131 Millionen Euro.

In 67 Metern Höhe bietet eine Aussichtsplattform einen grandiosen Blick auf das Elbtal und die Altstadt. Die monumentale Orgel wurde vom Straßburger Orgelbauer Daniel Kern gebaut. Sie ist acht Meter hoch, hat 4873 Pfeifen und vier Tastaturen und wiegt 20 Tonnen.

Bisher kamen insgesamt rund 100 Millionen Euro Spenden aus aller Welt zusammen. Etwa zwei Drittel davon wurden durch sogenannte Stifterbriefe der Dresdner Bank im Wert zwischen 250 Euro und 10.000 Euro erbracht. Die Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden, die in Deutschland und weltweit rund 7000 Mitglieder hat, steuerte 31 Millionen Euro bei. Aus Großbritannien kamen mehr als eine Million Euro Spenden. Damit wurde der Wiederaufbau zu zwei Dritteln aus privaten Spenden finanziert; hinzu kamen 65 Millionen Euro öffentliche Gelder.

afp

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