Wintereinbruch Schneechaos in Süddeutschland

Unsanfter Wintereinbruch im Süden der Republik: Während sich auf den Autobahnen nach starken Schneefällen lange Staus bildeten, mussten am Münchner Flughafen 100 Flüge gestrichen werden.


München - Starke Schneefälle haben am Montag für große Verkehrsprobleme in Bayern und im Erzgebirge gesorgt. Die Staus auf den Straßen summierten sich nach Angaben der bayerischen Polizei auf rund 460 Kilometer - über 150 davon auf den Autobahnen. Viele Strecken vor allem im Süden und in den höheren Lagen im Nordosten waren mit Schnee bedeckt. Der ADAC rät dringend dazu, nur noch mit Winterreifen in höhere Gebiete aufzubrechen und Schneeketten bereit zu halten. Dies gelte besonders fürs Allgäu.

Am meisten Neuschnee gab es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in den Alpen. Noch heißt es aber nicht "Ski und Rodel gut". Auf der Zugspitze liegen erst 80 Zentimeter Schnee. Auf dem Wendelstein sind es 28 und auf dem großen Arber 37 Zentimeter. Weiter nach Norden wird die Schneedecke immer dünner. In Hof wurden vier Zentimeter gemessen. In den nächsten Tagen erwarten die Meteorologen immer wieder leichte Schneefälle.

Die Polizei registrierte am Montag zahlreiche Unfälle in ganz Bayern, in den meisten Fällen blieb es jedoch bei Blechschäden. Einige Lkw stellten sich auf schneeglatten Straßen quer. Für den gesamten Bayerischen Wald und die Alpen ist Winterausrüstung erforderlich. Die größten Verkehrsprobleme gab es auf der A 9 Nürnberg-München. Hier stauten sich die Fahrzeuge zeitweilig auf 30 Kilometer. In Sachsen kam bei einem Zusammenstoß auf schneeglatter Straße eine 49-Jährige ums Leben.

Auch der Flughafen München litt unter der schlechten Witterung. Nach Angaben des Airports wurde immer wieder eine der beiden Lande-und Startbahnen zum Schneeräumen gesperrt. Zu den 100 gestrichenen Flügen kamen noch rund 30 Verspätungen mit bis zu zwei Stunden hinzu. Eine Flughafensprecherin sagte, die meisten Passagiere seien trotzdem an ihr Ziel gekommen, da einige Flüge zusammengelegt wurden. "Wir haben schon viel Schlimmeres erlebt", betonte die Sprecherin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Die Enteisungsfahrzeuge des Flughafens befinden sich derzeit im Dauereinsatz. Bis zu 68 Maschinen können nach Angaben des Airports pro Stunde von Eis, Schnee und Matsch befreit werden.



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