Schnee und Regen Wintereinbruch sorgt im Nahen Osten für Chaos

Ungewöhnlich heftige Schnee- und Regenfälle haben weite Teile Israels und seiner Nachbarländer lahmgelegt. Einige Ortschaften sind nicht mehr erreichbar, Küstenstraßen überflutet. Besonders hart trifft es palästinensische Flüchtlinge im Gaza-Streifen.

REUTERS

Der heftigste Wintereinbruch seit Jahrzehnten sorgt im Nahen Osten weiter für Chaos. In Israel kamen bei eisigen Temperaturen und heftigen Schnee- und Regenfällen mindestens zwei Menschen ums Leben, am Samstag waren immer noch 29.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Im Gaza-Streifen mussten Tausende Menschen mit Booten aus überfluteten Häusern gerettet werden.

In der Stadt Lod kam Medienberichten zufolge ein Baby bei einem Brand ums Leben, der offenbar durch einen kaputten Heizofen ausgelöst worden war. In Rischon LeZion starb nach Polizeiangaben ein 36-Jähriger, als er versuchte, ein Loch in seinem Dach zu flicken.

Wie die israelische Polizei mitteilte, waren 45 Städte und Dörfer im Norden des Landes wegen der Schneemassen vom Verkehr abgeschnitten. Über Nacht seien 200 Autofahrer von verschneiten Straßen geborgen worden.

Viele Haushalte tagelang ohne Strom

In Jerusalem hatte der Schnee den Verkehr schon am Freitag weitgehend lahmgelegt. Obwohl am Samstag die meisten Straßen geräumt waren, riefen die Behörden die Menschen auf, lieber zu Hause zu bleiben. Wie der Stromversorger IEC mitteilte, waren allein in Jerusalem 13.000 Haushalte ohne Strom. Die beiden Autobahnen, die in die fast 800 Meter hoch gelegene Hauptstadt führen, waren unpassierbar. Obwohl am Sabbat sonst keine Züge fahren, setzten die Behörden zwei Züge in die Küstenstädte Tel Aviv und Haifa ein.

Auch das palästinensische Westjordanland und die Städte Ramallah und Betlehem lagen unter einer Schneedecke. Viele Straßen waren gesperrt und zahlreiche Haushalte hatten nach Angaben eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP schon seit 48 Stunden keinen Strom mehr. Meteorologen zufolge war es der stärkste Schneefall in der Region seit 1879. Im Laufe des Samstag sollte der Schneefall jedoch nachlassen und Tauwetter einsetzen.

Überflutungen an der Küste

Der Gaza-Streifen glich am Samstag "einem Katastrophengebiet", wie das Uno-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) mitteilte. Überall sei "Wasser, so weit das Auge reicht". 4000 Uno-Helfer kämpften gegen die Wassermassen und brachten Hunderte Familien in Sicherheit. Sicherheitskräfte der regierenden Hamas holten mit Booten mehrere tausend Menschen aus überfluteten Häusern.

Im israelischen Flachland und an der Mittelmeerküste fiel zwar kein Schnee, dort führten jedoch heftige Regenfälle zu Überschwemmungen. In einigen Gegenden stand das Wasser bis zu zwei Meter hoch. Die Verbindungsstraße nach Tel Aviv musste vorübergehend gesperrt werden, weil ein angrenzender Fluss über die Ufer getreten war.

Auch in Jordanien waren zahlreiche Straßen gesperrt. Am Flughafen der Hauptstadt Amman fielen zahlreiche Flüge aus oder hatten Verspätung. Fast 2800 Menschen mussten von den Behörden aus eingeschneiten oder überfluteten Autos und Häusern gerettet werden.

mak/AFP



insgesamt 7 Beiträge
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thiotrix 14.12.2013
1. Die globale Erwärmung schreitet unaufhaltsam voran!
Jede Extremwetterlage wird von den Klimawandelpropheten sofort als Beweis für die menschengemachte globale Erwärmung gedeutet. Und umgehend melden sich Politiker zu Wort und erklären, Deutschland muß die Welt retten und noch mehr Windmühlen und Photovoltaik-Anlagen bauen. Mal sehen, wie der Wintereinbrauch im Nahen Osten gewertet wird – mit reichlich Gehirnakrobatik wahrscheinlich wieder ein Beweis für die globale Erwärmung!?
beteigueze 14.12.2013
2. Wetter <> Klima
Zitat von thiotrixJede Extremwetterlage wird von den Klimawandelpropheten sofort als Beweis für die menschengemachte globale Erwärmung gedeutet. Und umgehend melden sich Politiker zu Wort und erklären, Deutschland muß die Welt retten und noch mehr Windmühlen und Photovoltaik-Anlagen bauen. Mal sehen, wie der Wintereinbrauch im Nahen Osten gewertet wird – mit reichlich Gehirnakrobatik wahrscheinlich wieder ein Beweis für die globale Erwärmung!?
Im Artikel keine Silbe.Bis jetzt hat sich noch niemand "gemeldet" und es wird sich auch niemand melden.Das ist Unsinn. Der Wintereinbruch in der Levante und Teilen Ägyptens ist eine Folge unseres Nikolaussturmes Xaver, nix anderes. Bitte informieren Sie sich !
thiotrix 15.12.2013
3. Beteigueze - Bitte informieren SIE sich!
Schon vergessen – die Reaktionen auf den Wirbelsturm "Haiyan" auf den Philippinen, z. B. auf der Klimakonferenz in Warschau? Oder viele Politiker-Kommentare zum letzten Hochwasser in Deutschland? Oder das Jahrhundert-Hochwasser 2002 – das hat sogar Gerhard Schröder mit zu einem Wahlsieg verholfen, u. a. weil er sich mit dem EEG zur Förderung von Photovoltaik und Windmühlen brüstete. (Der Effekt des EEG auf das Weltklima dürfte allerdings kaum größer sein, als wenn der berühmte Sack Reis in China umfällt.) Oder Umweltminister Peter Altmaier in einer Politi-Talkshow: "weil wir nicht rechtzeitig für mehr Klimaschutz gesorgt haben, haben wir Xaver und Sturmfluten bekommen..." Fast jedes Extremwetter-Ereignis wird doch zu gerne mit dem Klimawandel begründet, egal, ob Dürren Überschwemmungen oder Stürme.
jk87 15.12.2013
4. Soso..
Ob die wohl auch ne Berichterstattung über unser Hochwasser im Sommer hatten?!
philopapos, 15.12.2013
5. Schnee in Ägypten
Zitat von beteiguezeIm Artikel keine Silbe.Bis jetzt hat sich noch niemand "gemeldet" und es wird sich auch niemand melden.Das ist Unsinn. Der Wintereinbruch in der Levante und Teilen Ägyptens ist eine Folge unseres Nikolaussturmes Xaver, nix anderes. Bitte informieren Sie sich !
In Ägypten ist zum ersten Mal seit 122 Jahren (!) Schnee gefallen. Was der Orkan (!) Kyrill im Januar 2007 nicht geschafft hat, hat der eher läppische Nikolaussturm Xaver erreicht. Also was manche sich zusammenreimen und wie sie um Erklärungen ringen, ist schon erheiternd. Wie wäre es damit? Seit 1998 ist die die globale Temperatur wieder gesunken.
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