Kostenlos und schnell surfen Bahn erprobt WLAN im Regionalverkehr

Auf WLAN in Regionalzügen warten Pendler schon lange. Nun treibt die Bahn dieses Angebot voran - und stellt kostenloses Internet auf ersten Strecken zur Verfügung.
Regionalzug am Hauptbahnhof in Stuttgart

Regionalzug am Hauptbahnhof in Stuttgart

Foto: Philip Schwarz/ picture alliance / dpa

Pendler mit Smartphone oder Laptop wird es freuen: Nach der Ausrüstung aller ICE-Züge mit kostenlosem WLAN bis zum Jahresende plant die Deutsche Bahn das schnelle Internet nun auch in den Regionalzügen. "Die Versorgung mit schnellem Internet im Nahverkehr ist bislang allenfalls rudimentär", sagte Jörg Sandvoß, Vorstandschef von DB Regio, der "Welt am Sonntag". Deshalb starte das Unternehmen jetzt eine entsprechende Initiative.

Auf ersten Strecken stehe kostenloses Internet bereits zur Verfügung, teilte die Bahn mit. Dazu zählten der Fugger-Express zwischen Augsburg und München sowie die Route Kiel-Lübeck-Lüneburg. Bei der S-Bahn Stuttgart laufe ein Test.

Die Bahn hat ihr komplettes Regio-Netz geprüft und festgestellt, dass es bei 87 Prozent der Schienenwege entlang der Strecke Netzabdeckung gibt. Durch ein neues technisches System sollen die drei großen Kommunikationsanbieter so gebündelt werden, dass alle Kunden in den Regionalzügen beim Surfen immer auf einen davon zugreifen können.

Thomas Geyer, Präsident der Dachorganisation der Aufgabenträger (BAG-SPNV), befürwortet die Pläne der Bahn grundsätzlich. "Schnelles Surfen im Internet ist ein Qualitätsmerkmal, das dem Schienenverkehr hilft, sich gegenüber den Bussen zu behaupten", sagte er laut dem Zeitungsbericht.

Wer für das WLAN zahlen wird

Die Bahn hatte bereits angekündigt, mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember allen Kunden im Fernverkehr kostenloses WLAN auch in der zweiten Klasse anzubieten. Dabei wird aber das verfügbare Datenvolumen begrenzt, was in der ersten Klasse nicht der Fall ist.

Anders als im Fernverkehr, den die Bahn eigenwirtschaftlich betreibt, hängt ein WLAN-Angebot im Regionalzügen davon ab, ob die Bundesländer oder die regionalen Verkehrsverbünde es auch bestellen und bezahlen. Die Kostenübernahme liege "in erster Linie in der Verantwortung der Aufgabenträger", sagt Sandvoß. "Ich gehe davon aus, dass die Fahrgäste nicht für die WLAN-Nutzung bezahlen wollen und das auch nicht tun müssen."

Es wäre ein lang ersehnter Service für die vielen Pendler, die im Alltag mit Regionalzügen unterwegs sind. Von den täglich rund 6,2 Millionen in Deutschland beförderten Passagieren im Schienenverkehr sitzen 5,2 Millionen in Nahverkehrszügen.

jus/AFP/dpa